es verschiedene Klassen von Aktien, Verschreibungen
usw. gibt, die nicht alle in gleicher Weise leiden, so
ist Raum für große und schwerwiegende Meinungsverschiedenheiten
über jeden nur denkbaren Plan da.
In dem vorliegenden Falle wurde zu Anfang des
Frühlings 1886 angekündigt, daß sich ein Bankenkonsortium
mit einem Kapital von 15 Millionen gebildet
habe, um die Reading zu sanieren, und daß die
Firma Drexel, Morgan & Co, die Sache in die Hand
genommen habe. Es stellte sich aber heraus, daß die
Aktionäre die Opfer, die man von ihnen verlangte,
nicht bringen wollten, und außerdem stieß Morgans
Plan auf die heftigste Gegnerschaft des Präsidenten
der Bahn, Franklin B. Gowen, der sich dabei auf zahlreiche
Gefolgschaft stützen konnte. Nach einigen
Wochen nutzloser Arbeit zog sich Morgan zurück und
überließ Gowen das Feld, der dann selbst mit einem
Sanierungsplan hervortrat, Da aber er auch keinen
Rückhalt dafür fand, mußte er abtreten, und Austin
Corbin wurde Präsident. Im Herbst 1887 setzte Morgan
dann doch noch seinen Plan durch. Die schwebende
Schuld wurde durch Zuschüsse, die die Aktionäre jetzt
zu tragen willens waren, aus der Welt geschafft, der
Zinsendienst auf einige Millionen unter dem Reingewinn
festgesetzt, und in ihrem nächsten Bericht wies die
Eisenbahngesellschaft einen Gewinn von fast 3 Millionen
aus.
Diese Reorganisation wurde damals als eine wunderbare
Arbeit angesehen. Man sagte sogar, die Reading
sei so gut wieder aufgebaut worden, daß sie niemals
mehr und unter gar keinen Umständen dem
Bankrott wieder zusteuern könne. Aber der Prophet,
der diesen weisen Ausspruch getan hatte, sollte seine
Voraussage doch Lügen gestraft sehen. Die Bahn war
keineswegs gegen unsinnige Geschäftsführung ge-J6