Full text : Gleichberechtigung von Kapital und Arbeit

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aktien  stehen,  die  die  Arbeit  repräsentieren  und  durch  diese  allein
aber  voll  fundiert  sind.  Es  läßt  sich  also  die  Teilhaberschaft
des  arbeitenden  Menschen  organisch  in  jede  Betriebsform ­
  einfügen.
Die  praktische  Ausführung  dieses  sozialindividualistischen
Wirtschaftssystems  stellt  sich  so,  daß  jeder  Arbeiter,  der  seine
Arbeitskraft  einem  Betriebe  zur  Verfügung  stellt,  von  diesem  eine
Arbeitsaktie  ausgehändigt  erhält,  die  jederzeit  den  Wert  der  bis
dahin  in  den  Betrieb  für  das  laufende  Geschäftsjahr  eingelegten
Arbeit  enthält.  Praktisch  wird  bei  jeder  Lohnauszahlung  der  verdiente ­
  und  ausgezahlte  Lohn  als  Beteiligungswert  auf  der  Arbeitsaktie ­
  notiert.  Am  Schlüsse  des  Geschäftsjahres  hat  die  Arbeitsaktie ­
  ihren  normalen  Wert  erreicht,  mit  dem  sie  am  Betriebe
beteiligt  ist  in  genau  gleicher  Weise  wie  jede  gleich  hohe  Kapitalaktie ­
  und  ihr  auch  —  bis  auf  die  Verzinsung  der  Kapitalaktie  in
landesüblicher  Höhe  —  sonst  ebenfalls  alle  Rechte  des  einen  gleichen
Anteil  vertretenden  Aktionärs  zustehen.  Das  ist  die  praktische  Ausführung ­
  des  Sozialindividualismus,  die  in  dem  Augenblicke  zwingende
Notwendigkeit  wird,  in  dem  die  Arbeit  als  Werteinlage  anerkannt
und  ihr  das  gleiche  Recht  mit  dem  Kapital  eingeräumt  wird,  in
dem  also  auch  in  der  Wirtschaft  das  demokratische  Prinzip
durchgeführt  wird.

Die  Kapitalisierung  der  Arbeit.
Die  Kapitalisierung  der  Arbeit  bedeutet  die  Anerkennung  der
in  der  Volkswirtschaft  geleisteten  Arbeit  als  ein  dem  Kapital
gleichwertiger  und  infolgedessen  auch  gleichberechtigter
Wert.  Das  verändert  natürlich  mit  einem  Schlage  die  ganze  volkswirtschaftliche ­
  Struktur,  wie  sie  sich  in  Deutschland  entwickelt
hatte.  Lohn  oder  Gehalt  müssen  natürlich  als  Existenzgrundlagen
des  arbeitenden  Menschen  erhalten  bleiben,  aber  gleichzeitig  werden
sie  auch  Wertmesser  für  die  Arbeit.  Die  Kapitalisierung  der  Arbeit
kann  nicht  etwa  schematisch  vorgenommen  werden.  Ihr  kann
nicht  der  Wert  zugrunde  gelegt  werden,  den  die  Vorbereitung  für
Berufstätigkeit  verbraucht,  sondern  sie  muß  je  nach  der  Leistung
abgestuft  sein,  und  möglichst  genau  dem  wirtschaftlichen  Wert
der  Arbeit  entsprechen.  Es  ist  zunächst  ein  rein  theoretischer
Begriff  und  wird  nur  praktisch  in  einem  Beteiligungssystem  der
Arbeit  an  der  Organisation  und  der  Verteilung  des  Ertrages  im
            
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