Full text: Das Flammenzeichen vom Palais Egmont

John Beckett. 1 
einmal auf der Karte finden kann. Ich betone das ausdrücklich, damit ich 
nicht zu große Hoffnungen bei Euch erwecke. Ich wünsche nur, daß dies 
Tichtig eingeschätzt wird, nichts weniger und nichts mehr. Und die richtige 
Einschätzung ist die, daß in unserem Land eine immer größere und tatkräf- 
tige Minderheit entsteht. 
Wie meine Genossin Ellen Wilkinson schon ausgeführt hat, haben wir 
Soeben unseren ersten Sieg innerhalb unserer Partei errungen, und es ist von 
großer Bedeutung, daß dieser erste Sieg des britischen linken Flügels in der 
Arbeiterpartei eben diese Angelegenheit, die Kolonialfrage, betrifft. Wir 
haben tatsächlich Fehler begangen, als unsere Landsgenossen, die Berg- 
arbeiter, in Schwierigkeiten waren. Fehler haben wir begangen, und wie 
groß unsere Fehler waren, geht aus der Tatsache hervor, daß Hunderte un- 
Serer Genossen jetzt in englischen Gefängnissen sind — und dies aus keinem 
anderen Grunde, als weil sie treu ihre gewerkschaftliche Pflicht erfüllten. 
Wir haben verfehlt, unseren rechten Flügel zu dem tatsächlichen Kampfe 
zu bewegen; aber wir sind imstande gewesen, eine Majorität zu erreichen, 
die eine volle und restlose Forderung, „Hände weg von China“, während 
dieses Kampfes durchgesetzt hat. 
Also Freunde! Dies ist von großer Bedeutung für die neuen Perspektiven 
der arbeitenden Klasse in unserem Lande. Betrachtet uns nicht ohne weiteres 
als Vaterlandsgetreue. In dem Lande unserer Verfassung sehen wir Armut, 
8leich demoralisierend, fast noch gemeiner als die Verhältnisse, die ich in 
den Dörfern der Kolonialländer, die von den britischen Imperialisten unter- 
drückt werden, gesehen habe. Dies in meinem eigenen Lande! — Pollitt hat 
Ihnen erzählt von qualifizierten Arbeitern, die immer stolz auf ihre F ähig- 
keiten waren, und die jetzt auf ein immer tieferes Niveau herabsinken. — 
Wir sind kein imperialistisches Volk. Wir sind die Knechte der inter- 
Nationalen imperialistischen Finanz, und weil wir uns dagegen sträuben und 
Uns nicht ausbeuten lassen wollen, darum geht man nach Indien und 
China. Unsere Arbeitskraft ist erledigt, zu teuer. Aber jetzt geht man zu 
Euch, weil Ihr billiger seid und weil von Euch niedrigere Forderungen 
“ıttels Bajonetten zu erreichen sind. Ich spreche nicht als besonders Be- 
vollmächtigter, ich spreche jetzt, nach 10 Jahren antı-imperialistischer und 
Antikriegspropaganda, als ehemaliger Kriegsteilnehmer und weiß, daß unser 
Volk auf Ihrer Seite steht, weil es sich an einem internationalen Ausbeutungs- 
Wettbewerb nicht beteiligen will. Unser Volk wünscht nicht, daß die Löhne 
SO gedrückt werden und bis auf 1 s 3d sinken und Ihr dann so hungrig seid, 
daß Ihr es für ıs 2d machen werdet. Daß ihr dann wieder drei Monate ar- 
beitslos seid und bis auf ıs ıd heruntergedrückt werdet, um dann wieder 
arbeitslos und hungrig zu werden. Nein, Freunde! Wenn es für China nicht 
SUt genug ist und auch für Indien nicht, dann ist es auch für England nicht 
zut 8enug, nicht einmal für irgendeine Arbeiterklasse in der Welt. Deshalb 
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