Full text : Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

Cs  bietet  ein  gewisses  Interesse,  den  Einthals  eines  grofsen
Handelsplatzes  auf  sein  Hinterland  und  seines  Hinterlandes  auf  ihn
des  genaueren  festzulegen.  Das  läfst  sich  für  Bremen  in  der
interessantesten  jüngstvergangenen  Zeit,  da  die  alten  Verkehrsmittel
in  ihrer  höchsten  Ausbildung  einen  bereits  modern  werdenden  Verkehr
intensiver  Kultur  bewältigten  und  gleichzeitig  die  modernen  Verkehrsmittel ­
  sich  ausbildeten,  für  die  Zeit  des  grofsen  Frachtfuhrwerks
der  Chausseen,  einigermafsen  tun.  Die  vornehmste  Quelle,  in  der
der  gesamte  Land  verkehr,  soweit  er  Ausfuhr  nach  dem  Inland,  also
Import  ist,  beschlossen  ist,  ist  die  Abgrenzung  der  Bezirke  der
amtlichen  Bremer  Frachtmakler,  der  Besteder  oder  Bestäter,  Bestätter,
wie  sie  anderswo  meist  heifsen.  Während  die  Entwicklung  zu  einem
grofsen  Teile  dahin  gegangen  ist,  die  Besteder  ihrer  Beziehung  zu
der  Korporation  der  Kaufmannschaft  bezw.  zu  der  Kommune  zu
entkleiden  und  sie  zu  freien  Maklern  oder  zu  freien  Gewerbtreibenden
zu  machen,  hat  das  Güterbestederinstitut  in  Bremen  gerade  im
neunzehnten  Jahrhundert  seine  Beamteneigenschaft  entwickelt,  wenngleich ­
  das  Gebührenprinzip  beibehalten  und  nur  erst  die  Abführung
eines  Überschusses  an  den  bremischen  Staat,  dann  mit  dem  Abflauen
des  Frachtfuhrwerks  eine  staatliche  Zubufse  eingeführt  wurde.  Seit
1814  gab  es  zwei,  vordem  nur  einen,  seit  1818  drei  angestellte
Gttterbesteder,  deren  Kompetenz  nach  drei  Bezirken 1 ),  und  zwar  bald
mit  genauer  Nennung  sämtlicher  in  Frage  kommender  üblicher  Ziel-*)
  Der  I,  Bezirk  umfafste  die  Hamburger  Strafse,  nach  Hamburg,
auch  Lübeck  und  Mecklenburg,  die  Leipziger  und  Berliner  Strafse  über
Braunsohweig,  dazu  einen  Teil  des  Harzes,  seit  1834  den  ganzen  Harz  und
Österreich,  das  mit  dem  Harzteil  beim  II.  Bezirk  gewesen  war.  Der  II.  Bezirk
umfafste  die  südlichen  Strafsen  nach  Nürnberg  und  Frankfurt,
den  mittel-  und  süddeutschen  Versand,  auch  die  Lahn  gehörte  noch  dazu.  Es
war  der  wichtigste  Bezirk,  solange  die  Bahnkonkurrenz  noch  nicht  bestand.
Mit  der  Bahnkonkurrenz  wurde  der  weniger  ergiebige  III.  Bezirk  der  beste,
der  allen  westlichen,  auch  noch  den  lippischen  Verkehr,  die  Osnabrüoker
und  rheinische  Strafse  umfafste,  bis  1856  alle  Bezirke  wieder  in  einen
vereinigt  wurden.  Die  Strafse  nach  Oldenburg  dieses  Bezirks  batte  die  alte
            
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