Full text: Wirtschaft als Leben

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,Zur sozialwissenschaftlichen Begriffsbildung“, 
auch über die einseitige Würdigung des Stellungnehmenden kommt 
man nicht anders als im Wege irgendeiner Synthese möglicher 
Würdigungen dieser Art hinaus. Dem geographischen Individuum 
darf eben nicht eine einzelne determinative Würdigung unter 
liegen, sondern die synthetische Einheit solcher Würdigungen. So 
ist das geographische Individuum selber von der Wurzel aus als eine 
determinative Einheit anzusehen. Der X-Berg z. B. ist dies 
kraft seiner Individuation im virtuellen Sinne, aber schon darin, daß 
er überhaupt als „Berg“ erfaßlich war, im potentiellen Sinne. 
Die schließliche Synthese dessen, wodurch der Berg determinativ be 
deutsam erscheint, ist schon in der Formung des Begriffes „Berg“ an 
gelegt. Und so kann man es von dem Ganzen unseres geographischen 
Denkens sagen: mit Synthesen — eben jenen Formungen — setzt 
es ein, um in einer letzten Synthese —bei der terminalen Reihen 
bildung — auszumünden. Nur in der Mitte dazwischen liegt das 
tributäre Reich der einseitigen Betrachtungsweise, aus dem „oro- 
graphischen“ und noch anderen Gesichtspunkten. 
UnserVersuch, aus dem Schlagwort „Beziehen auf Interessen“ die 
Sache herauszuschälen, hält mithin bei der Frage, in welchem Sinne 
das geographische Denken seine Einheiten zugleich kategorial und so 
formt, daß das Mitformende dabei den Sinn einer einheitlich 
determinativen Würdigung des Raumhaften hat; einer 
solchen also, die über das Würdigen seitens des Stellungnehmenden, 
als zufälliger Einzelfall der Determination, in synthetischem 
Geiste hinausliegt. Zur Antwort eröffnen sich zwei Wege. 
Entweder geht man davon aus, daß schließlich auch die geographische 
Art, das Raumhafte determinativ zu würdigen, einen Kreis von 
einzelnen Würdigungen unter sich befaßt. Jede der letzteren ant 
wortet einer möglichen Dominante. An möglichen Dominanten 
sind aber unzählige da; man denke an die bunte Fülle dessen, was 
wir s o wollen, daß es irgendwie durch ein Raumhaftes bedingt werde. 
So erscheint also jene Frage erstens im Wege einer Auslese unter 
den Dominanten lösbar, in der Relation auf welche das Raum 
hafte zu würdigen wäre. Es handelt sich also um erlesene Domi 
nanten, darin qualifiziert, daß sie über die Zufälligkeiten im Ablaufe 
des auf ihnen ruhenden Geschehens erhaben wären. Um es in ein 
anderes Provisorium zu kleiden: jene Dominanten fallen in Betracht, 
die nicht einer willkürlichen, sondernden uns allen zugemuteten, 
aufgedrängten Stellungnahmen unterliegen. Ein paar einfachste 
Zwischenglieder, und wir lenken auf diesem Wege in den Gedanken 
gang Rickerts ein, kämen zu seiner Formel, daß nämlich idio-
	        
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