V. DIE PLANTAGENLÄNDER DER ERDE 97
Teebau entwickeln. Seine wichtigsten Anbaugebiete liegen in Assam
and Ostbengalen (Rangpurbezirk), in Südindien (Nilgiriberge) und
auf Ceylon, geringere Mengen werden im Nordwesten geerntet, Cey-
ions berühmte Teekultur ist sehr jung. Erst als Ende der sechziger
Jahre des 19. Jahr-
nunderts fast alle
Kaffeeplantagen
durch einen Rost-
pilz zugrunde gin-
gen, wurden diese
in der Folgezeit in
Teeplantagen um-
gewandelt. Indien
liefert sehr große
Mengen Tee und,
namentlich in den
Höhen von 1000
bis 2000 m, auch‘
gute Sorten, die al-
lerdings die fein-
sten chinesischen
Tees an Güte und
Wohlgeschmack
noch nicht errei-
chen. Hauptaus-
fuhrhäfen für in-
dischen Tee sind
Kalkutta und
Colombo. — Der wer er m u an
in Java gebaute und besonders über * ”
Batavia ausgeführte sowie der
neuerdings in Sumatra erzeugte Tee
ist dem indischen im Geschmack sehr
nahestehend. — Weitere Anbauver-
suche in Kaukasien, in afrikanischen
und amerikanischen Gebieten sowie
auf mehreren tropischen Inseln haben
noch keine Bedeutung für den
Weltmarkt.
Die Welternte läßt sich wegen
des Fehlens statistischer Angaben aus
China, wo der Tee fast ausschließ-
schätzungsweise auf etwa 6000000 „P0& 6 8 Rn SR
angeben. Sicherlich ist China der #5. Bochemun Kuslanris 1550-000,
wichtigste Tee-Erzeuger, seine Ernte wird auf etwa die Hälfte der Welt-
produktion geschätzt. Die im Welthandel bewegten Mengen aber stammen
heute zum weitaus größten Teil aus Britisch-Indien. Japans Teeausfuhr
geht nicht nach Europa, sondern nur nach der Union (80 %) und Kanada.
Reinhard, Erdkunde. )