VI. DIE BERGWERKE DER ERDE 137
geschaffen worden war. In den Sommermonaten werden die Erze
außerdem über den nur von Mai bis Mitte November offenen Ostsee-
hafen Luleä verschifft. Obgleich die schwedische Eisenindustrie unter
zunehmender Ausnutzung der vorhandenen reichen Wasserkräfte, der
„weißen Kohle“, immer größere Mengen der geförderten Eisenerze auf-
zunehmen vermag und außerdem in ihrem Holzkohleneisen eine ganz
vorzügliche Qualität erzeugt, wird doch weitaus der größte Teil der nord-
schwedischen Eisenerzausbeute ausgeführt, und zwar in der Hauptsache
nach Deutschland.
Der Rest geht nach
England, Belgien,
Frankreich und so-
gar nach den Ver-
einigten Staaten.
Der hohe Wert der
schwedischen Erze
liegt in ihrem
großen, 55—70%
betragendenKisen-
gehalt.
Neben Frank-
reich und Schwe-
den tritt nur noch
Spanien als wich-
tiger KEisenerzex-
porteur auf dem
Weltmarkt auf. Die
spanischen Erze
aaben fast den
gleich hohen Eisen-
gehalt wie die
schwedischen. Sie
werden gegenwär-
tig vor allem am
Nordabhang des :
asturisch-kantabri- 5— . Sr N -
schen Randgebir- 121. Die schwedischen Erzlager und ihre Förderung 1927.
ges, vornehmlich in den Bezirken von Bilbao und Santander, gewonnen
und über diese beiden Häfen ausgeführt. Die unmittelbare Nachbarschaft
des Meeres begünstigt die zum größten Teil nach England, zum kleineren
nach Deutschland gehende Ausfuhr. Die allmähliche Erschöpfung der
ostkantabrischen Lager wird zu stärkerer Ausbeute der westkantabri-
schen (Oviedo, Lugo) sowie der Lager in der Sierra Menera (Teruel), der
Sierra Morena (Huelva) und an der Südostküste (Almeria u. a.) führen.
KEisenindustrie. Aus den Eisenerzen wird Roheisen und Stahl gewonnen.
Für die Erzeugung dieser Stoffe ist gegenwärtig noch die Kohle das wesent-
lichste Hilfsmittel. Wo solche fehlt oder nur in ungenügenden Mengen vor-
handen ist, wie in Schweden, in Spanien und Rußland, in den lothringischen
MWinettelagern, wandert im allgemeinen das Erz als der wertvollere Rohstoff