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allerdings behufs Reklame auch sehr billig abgegeben, wenn besonders
großer Absatz zu erwarten ist. Der Antiquar setzt in seinem
Katalog die gangbarsten Bücher so billig als möglich an. Bei den
zeltenern fordert er höhere Preise, auch wenn er sie billig gekauft hatte,
und schraubt sie so weit, als er glaubt noch Käufer dafür finden zu
können.
Die Konkurrenz ist nun in den seltensten Fällen eine unbedingt
freie, mehr im Groß- als Kleinhandel, weshalb die Ausgleichung sehr
unvollkommen ist, und die Herabdrückung auf den Normalpreis im gewöhnlichen
volkswirtschaftlichen Verkehr seltener vorkommt als meistens
angenommen wird. Die allgemeine Trägheit des Publikums, welches an
den alten Preisen festhält, Kurzsichtigkeit ete. erschweren Veränderungen
und gestatten Monopolpreise, auch wo das Monopol kein natürliches ist,
ınd sehr wohl gebrochen werden könnte.
Der Arbeiter ist darauf angewiesen, um Zeitverlust zu vermeiden,
in dem Laden zu kaufen, der in nächster Nähe liegt. Ihm fehlt naturzemäß
die Umsicht, um die Vergleichung der Preise in verschiedenen
Läden oder gar an anderen Orten vorzunehmen. In kleinen Städten tritt
teicht eine Ringbildung der kleinen Zahl der Händler ein, um die Preise
zu beherrschen. Wo die Qualität des Fabrikates von besonderer Bedeutung
ist, wird der gute Ruf einer Firma ihr gestatten, Monopolpreise
zu fordern, z. B. einer Maschinenbauanstalt für ihre Maschinen,
die sich eines besonderen Renomm6es erfreuen.
Die Preise des Detailhandels können dem Engrospreise nicht genau,
sondern nur abgeschwächt folgen, da die Generalunkosten sich gleich
bleiben. Der Kolonialwarenhändler hat die Miete für den Laden, die
Heizung und Beleuchtung, das Gehalt der Gehilfen, die Zinsen des Betriebskapitals,
den Prozentsatz für Geschäftsverluste zu zahlen, gleichviel
ob die Preise der Waren hoch oder niedrig sind. Um sie zu decken;
nuß er den gleichen Betrag, bei niedrigen Preisen also einen höheren
Prozentsatz der Warenpreise zur Einkaufssumme hinzuschlagen, wodurch
die Detailpreise die Schwankungen der Engrospreise nur vermindert
aufweisen und sich gleichmäßiger gestalten.
Besondere Veranlassungen, wie Maß- und Münzveränderungen, neue
Zölle und sonstige indirekte Steuern, bewirken auffallende Preismodiäkationen.
Je weiter Produzenten und Konsumenten getrennt sind, je
öfter der Gegenstand von Hand zu Hand geht, um so weniger sind
die Herstellungskosten maßgebend für den Preis, der vielmehr durch
Jie Spekulation beeinflußt wird,
Die Preisveränderung schließt sich nach ’allem nicht der Verschiebung
von Angebot und Nachfrage, und auch nicht den Veränderungen
in den Produktionskosten etc. unbedingt an, sondern wird
lurch die mannigfaltigsten Umstände beeinflußt. Das Endergebnis hängt
davon ab, welcher Teil das Uebergewicht hat, die Preisregulierung ist
in ausgedehntem Maße eine Machtfrage.
Ängros- und
Detailpreise.
$ 45.
Der Preis des Grund und Bodens.
; M. Conrad, Die Häuserpreise in Freiburg während der letzten 100 Jahre.
Jena 1881.
H. Paasche, Die Entwickelung der Preise und der Rente des Immobilien-Jesitzes
zu Halle a. S. Halle 1878. Steinbrück, Die Entwickelung der Preise des
*rund und Bodens in Halle und dem Saalkreise Jena 1900