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Futtermittel.
säure im Wasserbade oder über einer kleinen Flamme bis auf etwa 20—30 com eingedunstet,
erkalten gelassen, dann mit 20 com der Kjeldahl-Scbwefelsäure versetzt
und wie üblich weiter behandelt; man erhält auf diese Weise den Stickstoff der in
Alkohol löslichen Kleberproteinstoffe (des Gliadins nach Fleurent) und vermeidet
die Ungenauigkeiten, welche durch die Beimengungen zum rohen Kleber bedingt sind.
Ob aber auf diese Weise bessere Beziehungen zwischen der Backfähigkeit des Mehles
und dem Verhältnis von Glutenkasein (Glutenin) zu Gliadin usw. erhalten werden,
erscheint nach einigen hiesigen Untersuchungen zweifelhaft.
4. Bestimmung der wasserbindenden Kraft des Mehles (die sog. Teigprobe).
Nach vorstehenden Ausführungen hängt die Beschaffenheit eines Mehles wesentlich
mit der Größe der wasserbindenden Kraft zusammen. Zur Bestimmung derselben
wird nach Kupp 1 ) eine beliebige Menge Mehl in einer geräumigen Porzellanschale
2—3 cm hoch auf geschichtet und in die Oberfläche des Mehles mit einem geeigneten
Gegenstände, z. B. mit einem kleinen Schälchen, eine Mulde geformt, in welche
man genau 10 ccm Wasser vorsichtig einfließen läßt. Man rührt nun von dem
Mehle mittels eines Glasstabes so viel in das Wasser, bis eine kompakte, am Glasstabe
hängen bleibende Masse gebildet ist. Letztere wird auf die mit Mehl gut
bestreute Handfläche gebracht und noch so viel Mehl eingeknetet, bis ein nicht
mehr an den Fingern klebender, zusammenhängender, steifer, aber noch leicht
knetbarer Teig entstanden ist.
Die so hergestellte Teigmasse wird gewogen und die wasserbindende Kraft
des Mehles nach folgendem Ansätze berechnet:
G—10: 10= 100; W, '
worin W die wasserbindende Kraft des Mehles, ausgedrückt in Teilen Wasser,
welche 100 Teile Mehl zu binden vermögen, G das Gewicht des erhaltenen Teiges
bedeutet. Der Versuch ist mindestens dreimal anzustellen und aus den Ergebnissen
das Mittel zu nehmen. Auf
6. Die Terkleisterungsprobe von Halenke und Mößlinger, 2 3 )
ö. Die diastatische Probe,
7. Die Bamihlsche Probe 8 ) zur Feststellung von Weizenmehl in Roggenmehl
will ich hier nur hinweisen. 4 * )
8. Milbenprobe. 4 ) 300—500 g des fraglichen Mehles werden in einem weißen
Pulverglase durch Aufstoßen auf Holz oder Tuchunterlage dicht zusammengeschüttet
und die Oberfläche geebnet. Nach längerem Stehen (mindestens 24 Stunden)
zeigen sich hinter den Glaswandungen die bekannten, durch die Bewegungen der
Milben verursachten Gänge und die Oberfläche erscheint bei Anwesenheit größerer
Mengen von Milben eigenartig verändert (fein gefurcht).
9. Nachweis und Bestimmung von Alaun, Kupfer, Zink, Blei. Alaun, Kupferund
Zinksulfat werden mitunter dem Mehle zugesetzt, um die Backfähigkeit
aufzubessern; Blei bezw. Bleiverbindungen können unter Umständen aus den Gerätschaften
(aus mit Blei ausgebesserten Mahlsteinen) ins Mehl gelangen. Bein 1
Nachweis dieser Verbindungen ist zu berücksichtigen, daß sehr geringe Mengen
Aluminium-, Kupfer- und Zink-Verbin düngen in jedem Mehl — aus dem natürlichen
Getreidekorn herrührend — Vorkommen können; es muß daher wenigstens für die
Schwermetalle eine quantitative Bestimmung ausgeführt werden.
*) Eupp, Nahrungs- und Genußmittel, Heidelberg 1894, 181.
2 ) Korrespondenzbl. d. freien Vereinigung bayr. Vertreter der angew. Chemie 1884, No !•
3 ) Zeitschr. f. analyf Chemie 1871, 10, 366.
4 ) Vergl. Vereinbarungen zur einheitlichen Untersuchung und Beurteilung v °®
Nahrungsmitteln usw., Berlin 1899, H. Heft, 16, 17, 19 und 20.