Teil des Ernteertrages, die 6. bis 9. Garbe, oder wenn sie den
Drusch auch mitbesorgten, das fünfte Korn”).
Aber man würde fehlgehen, wenn man diese ältere Periode
der römischen Geschichte als eine Zeit reiner Naturalwirtschaft bezeichnen
wollte. Kampanien und Etrurien besaßen außer einer
blühenden Landwirtschaft auch eine hochentwickelte Industrie, berühmt
durch ihre Metallwaren und Keramik””).
Schon in dieser Frühzeit hat sich auch der Handel Roms entwickelt.
Bereits im 3. Jahrhundert v. Chr. begegnen in Ägypten
Männer mit italischen Namen, die W. Otto zutreffend mit der Ausbreitung
des italischen Handels in Verbindung gebracht hat”). Mit
der Beseitigung der wirtschaftlichen Großmächte in West und Ost,
die vor allem die Ausbreitung des römischen Handels behinderten,
Karthagos und Griechenlands, trat die römische Wirtschaft dann seit
dem 2. Jahrhunderte v: Chr. in ein neues Stadium der Entwicklung.
Die Handelsinteressen gewannen immer mehr Einfluß auf die
römische Staatspolitik’*). Nachdem :Syrakus gefallen und Spanien
eine römische Provinz geworden war, sind dann in ein und demiselben
Jahre Karthago wie Korinth zerstört worden (146).
Der Handel nahm jetzt einen ungeahnten Aufschwung.
Gallien war schon zur Zeit der römischen Eroberung von römischen
Kaufleuten aufgesucht und durch diese das ganze geschäftliche Leben
maßgebend bestimmt. In der Zeit der Kriege kam dann eine neue
Klasse von Unternehmern empor, die ein großes Vermögen erworben
hatten und dieses nun geldwirtschaftlich zu Darlehen ausnützen.
Sie treten auch als Pächter in den neugewonnenen Provinzen
auf, indem sie die verschiedenen Zweige der Staatseinkünfte
eintrieben. Die Ritter investierten ihr Geld sowohl in Grundeigentum
als auch in der Industrie. Der Staat begünstigte diese Kapitalisten,
da er auf diese Weise die Verheerungen, welche die
gallischen und punischen Kriege in Italien angerichtet hatten, wieder
zu beheben vermochte. zumal ia auch eine starke Auswanderung
%) Ebda. S. 835. .
7?) Rostovtzeff, The social and economic history of the Roman Empire
(1926), S. 10.
78) Kulturgeschichte des Altertums (1925), S.133 n. 2802. .
2) T. Frank, Mercantilism and Rome’s foreign policy. "The American
Histor. Review (1912/13), 18, 233 ff. bestreitet dies und setzt diese Einflüsse erst
später an, als Asien eine röm. Provinz geworden war. Vgl. bes. S. 243:
Dopsch, Naturalwirtschaft, ;