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Friedr. Dick, W erkzeug- und F eilenf abrik,
Eßlingen a. N.
Diese Firma, gegründet 1778, welche als handwerksmäßiger Betrieb von dem jetzigen
Inhaber, Herrn Kommerzienrat Paul Dick, im Jahre 1875 übernommen wurde, hat sich
zu einer der ersten Feilen- und Werkzeugfabriken des In- und Auslandes mit gegen 700
Arbeitern emporgearbeitet, und ihre Erzeugnisse sind heute in der ganzen Welt verbreitet.
Wenn auch die Verhältnisse es bis jetzt verhinderten, daß Arbeiterwohnhäuser gebaut
wurden, so sind doch bereits größere Bauplätze im Gewand Heller für diesen Zweck erworben
worden, und es ist in Aussicht genommen, eine Anzahl Wohnhäuser im Laufe des nächsten
Jahres zu erstellen, sobald die Stadt Eßlingen eine Zugangsstraße projektiert und her
gestellt hat.
An sonstigen Wohlfahrtseinrichtungen sind außerdem geschaffen worden:
ARBEITER-PENSIONSKASSE in vorläufiger Höhe von ca. 40 000 M., deren Zinsen zur
Unterstützung von arbeitsunfähigen oder teilweise arbeitsunfähigen Leuten verwendet
werden.
BEAMTEN-PENSIONSKASSE in Höhe von ca. 30 000 M., deren Summe noch erhöht,
und deren Erträgnisse später zum Wohle Dickscher Beamten benützt werden sollen.
KRANKENHILFSKASSE, zu welcher die Firma einen Betriebsfonds von 3000 M.
gestiftet hat, und deren Verwaltung von ihr unentgeltlich besorgt wird.
SPARKASSE FÜR ARBEITER UND BEAMTE, in welcher die angelegten Gelder
und zwar bis zu 500 M. mit 6 %; über 500 M. mit 5 % verzinst werden.
MÄDCHENHEIM. In dem Mädchenheim, das sich auf dem Areal der Firma befindet,
können fremd nach Eßlingen kommende Arbeiterinnen der Firma kostenlos Aufnahme für
die Dauer eines Vierteljahres finden.
URLAUBSGEWÄHRUNG an Arbeiter unter Fortbezahlung des Lohnes ist seit meh
reren Jahren eingeführt und zwar:
Nach
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Sodann ist noch zu erwähnen, daß die Firma Dick seit 6 Jahren Limonade und Soda
wasser im eigenen Betriebe hersteilen läßt und dieselbe zu Selbstkosten an ihre Arbeiter
und Beamte abgibt; ab 1. Januar 1913 wird warme Milch zu Selbstkosten ausgeschenkt.
BRAUSEBÄDER, die in der Fabrik eingerichtet sind, können von der Arbeiterschaft
kostenlos benützt werden.
Durch die Beschaffung von Brennmaterialien im großen, sowie Nahrungsmitteln wie Obst,
Kartoffeln, Seefische, Kakao usw., kommen den Fabrikangehörigen Vergünstigungen zugute.
Viele der in Eßlingen beschäftigten Arbeiter wohnen nicht in der Stadt selbst, sondern
in den umliegenden Ortschaften, wo sie billiger wohnen und noch nebenbei ein Stück Feld
oder Garten besitzen. Die Firma Dick ist schon längst sehr vielen ihrer Arbeiter an die Hand
gegangen, daselbst ein Eigentum zu erwerben, indem sie sich für Bezahlung und Erwer
bungskosten verbürgte und so vielen fleißigen und ordentlichen Leuten zu einer eigenen
Wohnstätte verhalf.
Es ist vorgesehen, auch fernerhin beim Abschluß der Bilanz jährlich gewisse Beiträge
für obige Wohlfahrtszwecke zurückzustellen.