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DAS HOTEL- UND GASTGEWERBE
maßen auch einen eigenen „Typ“ in die Welt zu setzen. Das ist
natürlich nicht einfach, nicht leicht. Propaganda darf aber auch
gar nicht leicht, nicht einfach sein, wenn sie die gewünschten
Wirkungen erzielen soll. Gerade weil man sie in den Kreisen
der Hotelfachleute viel zu‘ „leicht‘“ genommen hat, darum
wurde es so schwer, das Mögliche aus ihr herauszuholen.
In folgendem Entwurf mußte ich den Wert auf den Text und
die textliche Anordnung legen, weil mit schon vorhandenem
Bildermaterial zu rechnen war. Hätte ich die Möglichkeit ge-
habt, die photographischen Aufnahmen nach meinen Wünschen
zu beeinflussen, so wäre wohl auch hierbei etwas Urwüchsigeres
und Originelleres herausgekommen. So würde ich beispiels-
weise die Mehrzahl der Bilder durch reizvolle Staffagen belebt
haben. Das Muster soll jedem Interessenten die Mahnung zu-
rufen: Wandelt nicht jahraus jahrein in ausgetretenen Geleisen.
Schafft Neues.
Wie man sieht, ist die Broschüre in Form eines Briefes ge-
halten, den ein Hotelgast auf Briefbogen des Hauses an seine
Freunde schreibt. Er hat sich zum Teil Photos, zum Teil Post-
karten verschafft, die er als Unterlagen zu seinem Brief ver-
wendet und die somit zum Werber werden. Ich wählte diese
Form, weil ich damit zugleich an Hand eines praktischen Bei-
spiels zeigen will, wie nützlich es ist, wenn man den Hotel-
gästen schöne, interessante Postkarten zum beliebigen Gebrauch
aufs Zimmer legt. Darüber habe ich mich im 59. Kapitel: „Ein
kleiner, aber fleißiger Propagandist, die Ansichtskarte‘‘, aus-
führlich geäußert, und ich empfehle diesen Abschnitt der Be-
achtung aller Interessenten. Je mehr die Werbemittel aller Art
ineinandergreifen, desto größer wird die Erfolgswirkung sein.