thumbs : Wirtschaft als Leben

402

,Die  Grenzen  der  Geschichte",

gewachsen.  Worauf  der  wissenschaftliche  Wert  der  Metahistorie  beruht, ­
  war  gleich  im  Anfang  gezeigt  worden.  Man  darf  ihr  aber  nicht
mehr  zumuten,  als  sie  ihrem  Wesen  nach  zu  leisten  vermag.  Denn
hier  käme  es  darauf  an,  daß  die  metahistorische  Forschung
über  vergangenes  Geschehen  in  einer  analogen  Weise
Aufschluß  erbringt  wie  die  histor  is  che  Forschung.  Nur
dann  hätten  die  Lebensäußerungen  des  auftauchenden  „Werkzeugtieres“,
wie  sie  als  metahistorisches  Ergebnis  in  unserer  Vorstellung  leben,  zugleich ­
  die  konkrete  Bedeutung,  die  Anfänge  des  Geschehenszusammenhanges ­
  der  Geschichte  zu  sein.  Nun  macht  es  aber  das  Wesen  der
Metahistorie  aus,  daßsiezu  dem  vergangen  en  Geschehen
fn  einem  radikal  anderen  Verhältnisse  steht  als  die
Historie.  Sie  will  ja  nicht  schlechthin  feststellen,  was  einst  geschehen ­
  ist,  sie  will  die  räumlichen  Dinge  zeithaft  ordnen;  Schichtung, ­
  nicht  Geschichte,  ist  ihr  Feldruf.  Nicht  das  Geschehen  um
seiner  selbst  willen  zu  erschließen,  gelingt  ihr;  sie  gestaltet  es  in  der
Vorstellung  nach  der  Analogie  des  Geschehenden,  um  es  den  Beziehungen ­
  der  räumlichen  Dinge  gemäß  zu  interpolieren,  als  Bindemittel ­
  ihrer  Schichtung.
Nicht  anders  aber  darf  man  jene  Lebensäußerungen  des  auftauchenden ­
  „Werkzeugtieres“  auffassen.  Wie  sie  im  Rahmen  der  metahistorischen ­
  Ergebnisse  gedacht  sind,  bedeuten  auch  sie  nicht  etwas
Erschlossenes.  Auch  sie  sind  etwas  Gestaltetes,  gestaltet  nach  der
Analogie  des  biologischen  Befundes.  Auf  diesem  Wege  sind  sie  dem
„Werkzeugtiere“  für  die  Anfänge  seiner  gattungsmäßigen  Existenz  als
funktionelles  Anhängsel  beigedacht,  um  innerhalb  des  metahistorischen ­
  Systemes  die  Verbindung  aufrecht  zu  erhalten  zwischen  jenen
ersten  und  den  späteren  Exemplaren  der  Spezies,  bis  auf  uns.  Mehr
dürfen  wir  hinter  der  Vorstellung  jener  Lebensäußerungen  nicht  suchen.
Sie  sind  ein  Detail  der  me  tahistorische  n  Kons  t  ruktio  n;
gültig,  ja  sogar  denknotwendig,  allein  eben  doch  nur  als  Konstruktionsbehelf. ­
  Einen  Gegenwert  für  das  historische  Geschehen,  speziell  also
für  das  Konkretum  der  Anfänge  jener  realen  Einheit  „Geschichte“,
das  können  sie  unter  diesen  Umständen  nie  und  nimmer  darstellen.
Nur  das  Abstraktum  des  vernünftigen  Geschehens  verträgt  sich  mit
ihrer  Vorstellung.
Wenn  ich  das  Geschehen,  das  im  Rahmen  der  metahistorischen  Ergebnisse ­
  mitgedacht  wird,  so  niedrig  eintaxiere,  gerate  ich  scheinbar
mit  nackten  Tatsachen  in  Widerspruch.  Oft  genug  schließen  ja  paläontologische
  Funde  der  Spezies  „Mensch“  die  untrüglichen  Spuren
menschlichen  Tuns  in  sich;  zum  Beispiel  eben  Werkzeuge.  Wären  dies
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.