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des Arbeiters übe, ob dies hygienisch oder sozial günstige‘ oder
ungünstige Wirkungen seien. Von diesen sachlichen Untersuchungen zu
unterscheiden sind die Äußerungen, welche von Politikern oder von
Funktionären der beruflichen Organisationen der Arbeitgeber und
Arbeiter über die Wirkungen der Rationalisierung abgegeben wurden,
Äußerungen, die stets auf den politischen oderInteressentenstandpunkt
geprüft werden müssen, den die betreffende Persönlichkeit einnimmt.
Was nun zunächst die erwähnten sachlichen Untersuchungen
betrifft, so mag an erster Stelle abermals daran erinnert werden,
daß es bei aller Rationalisierung entscheidend auf ihre psychische
Wirkung ankommt, d. h. wie sie die Psyche des Arbeiters beeinflußt,
bzw. darauf, daß sie diese Psyche günstig beeinflusse. Auf der
“deutschen) »berufspädagogischen Woche« (Dezember 1925) wurde
auch ein Referat über »die seelischen Wirkungen der modernen
Arbeitsordnung«, des Arbeitsraumes, der Arbeitszeit u. a. erstattet;
Trotz aller Rationalisierung müssen die Menschen sich Zeit nehmen
für die Seele, zumal jetzt nicht mehr der »Ich-Raum« zugleich
»Arbeitsraum« ist. Und es ist kein Zweifel, daß eine Rationali-
sierungsmaßregel nur dann Aussicht auf Erfolg hat, wenn sie von
den Arbeitnehmern des Betriebes günstig beurteilt wird.
Da ist zuvörderst die Wirkung der — infolge der Rationalisierung
häufig — verkürzten Arbeitszeit. Professor Heyde (Kiel) be-
richtete auf dem Kongresse der Internationalen Vereinigung für
sozialen Fortschritt (Wien, September 1927) über die Methoden, nach
denen der deutsche Enqueteausschuß die Wirkungen veränderter
Arbeitszeit erheben will. Zu untersuchen sind: der Zusammenhang
der Arbeitszeit mit der Leistung des Arbeiters; der Einfluß, den die
Länge der Arbeitszeit und die Lohnhöhe auf den Gan g der Arbeit
und auf die Qualität der Leistung des Betriebes nimmt. Hiebei sind
zu berücksichtigen: Zustand der Betriebe, Lohnsystem, Lage des
Betriebes in Stadt oder auf dem Lande, Beschaffenheit der Arbeits-
räume, Art der Arbeit; ferner die Verschiedenheit der »inneren«
Bedingungen der Arbeit, z.B. Ernährungszustand, Familienverhält-
nisse des Arbeiters, Rauchen und Trinken, Unterhaltung während
der Arbeit, selbstverständlich Alter, Geschlecht, Bildung, Schulung,
Organisationszugehörigkeit, Zeitbilanz u. a. des Arbeiters; von
besonderer Bedeutung ist weiters das Verhältnis der Löhne zu den
Gestehungskosten, zu der Menge des Arbeitsproduktes nach Tagen
und Lohnperioden u. a. m.