fullscreen: Wirtschaft als Leben

Umrisse einer Theorie des Individuellen, III. jOg 
graphisches Denken stets nur unter Beziehung auf „allgemein 
anerkannte Werte“ möglich sei. 
Vielleicht aber könnte man versuchen — dies ergäbe den 
zweiten Weg — dem synthetischen Geist aller Idiographie 
gerecht zu werden. Es müßte dann das Wort „Wert“ fern bleiben, 
dessen Unsegen es ist, uns das im generellen Sinne, also von Fall 
zu Fall für sich wieder als entscheidbar vorzuspiegeln, was doch 
nur aus dem großen Ganzen heraus zur Entscheidung 
gelangen kann. Wir müßten die Auffassung hochhalten, daß wir uns 
dem Einzelnen doch nur um der Einsicht in das Ganze willen zuwenden, 
und daß das Einzelne erst im Ganzen aufgehen muß, ehe wir es als 
Individuum zurückerhalten. So wäre schon für die Deutung des 
allerersten Schrittes das Ende ins Auge zu fassen: die terminale 
Reihenbildungl Daraufhin würde das geographische Denken ganz 
ungezwungen über die Denkweise des Stellungnehmenden hinausfinden: 
Der letztere vollzieht die determinative Würdigung unter dem Gesichts 
winkel seiner zufälligen Lage, der Geograph aber unter dem 
einheitlichen Gesichtswinkel der Absicht, die termi 
nale Reihe herauszuarbeiten. Geographisch würde also unser 
Berg daraufhin erfaßt, daß er im Rahmen eines „Landes“ von deter 
minativer Bedeutung ist, und so erfaßt, wie er darin bedeutsam er 
scheint. Natürlich fänden wir in letzterer Hinsicht, bei der Individuation, 
hierauf bloß an der Hand der einseitigen Gesichtspunkte durch alle 
Verwicklung des konkreten Befundes hindurch. Geographisch 
relevant aber wäre aus der unendlichen Fülle des 
Raumhaften alles das, was für die Erfassung von 
„Ländern“ in Betracht fällt; und auch in dem Maße geo 
graphisch bedeutsam, als es dafür in Betracht fällt. Die ganze 
Geographie aber ginge auf in einer, an der determinativen 
Würdigung des Raumhaften orientierten Explikation 
des Erdrunds; wobei dieses als Inbegriff der „Länder“ erschiene, 
weil eben die Umgrenzung daran hängt, wie weit wir das 
Raumhafte zu Dominanten in Relation setzen. Alles 
aber, was über die explikatorische Bedeutung der Individuen, ihren 
Individual-, Charakter-, System- und Strukturwert in rein formaler 
Hinsicht zu sagen war, käme hieraus erst zu seiner inhaltlichen 
Deutung. 
Offenbar ist unser Problem jetzt dahinzu verschoben, warum 
und wieso uns die „Länder“ als Einheiten gelten. Aber 
gerade diese Verschiebung will dem synthetischen Geist der Idiographie
	        
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