Reichtum wurde bisher auf drei verschiedene Arten verteilt:
die erste und hauptsächlichste ist seine Hinterlassenschaft an die
eigene Familie im Todesfälle. Ist nun die Vererbung von mehr als
einer Rente, die unsern Angehörigen ein bescheidenes und un
abhängiges Dasein gewährleistet, weise oder auch nur recht zu
nennen? Ich bitte Sie, überdenken Sie die gewöhnliche Folge
davon, wenn jemand jungen Männern und Frauen, Söhnen und
Töchtern Millionen hinterläßt. Im allgemeinen bringt dergleichen
den Millionärstöchtern kein Glück, wie am besten aus dem Cha
rakter der Männer erhellt, die sie heiraten. Was die Millionärs
söhne anbetrifft — nun der von mir vorher mitgeteilte Artikel
aus der „Sun“ schildert durchaus wahrheitsgetreu die Folgen.
Nichts ist so wahr, als daß der „allmächtige Dollar“, in Millionen
an Töchter und Söhne vererbt, zum allmächtigen Fluche wird.
Der Millionär, der seinen Kindern ungeheure Vermögen vermacht,
hat nicht das Beste seines Kindes, sondern nur seine eigene
Eitelkeit im Auge. Nicht die Liebe zu seinem Kinde, sondern seine
Selbstglorifizierung liegt einer so verderblichen Verteilung des
Reichtums zugrunde. Nur das eine läßt sich zugunsten solchen
Verhaltens sagen: es bildet eines der bisher bekannten wirksamsten
Mittel für eine überschnelle Wiederzerstreuung des Reichtums.
Ein anderer, weiterer Gebrauch des Reichtums, weniger all
gemein, als der soeben erwähnte, schädigt die Allgemeinheit nicht
in so hohem Maße, macht aber doch dem Erblasser wenig Ehre.
Viele Millionäre vermachen ihr Geld öffentlichen Anstalten, und
das auch erst dann, wenn sie von ihren Reichtümern lassen müssen.
Darin liegt weder Edelmut noch Segen: etwas fortzugeben, was
man selber nicht länger zu behalten vermag! Die schlechte Ver
waltung solcher Vermächtnisse, die damit gewöhnlich verbundenen
Beschränkungen und die Art und Weise, in der sie zerstückelt
werden, alles das scheint dafür zu sprechen, daß die Schicksals
göttinnen sie nicht mit besonders günstigen Augen ansehen. Immer
und immer finden wir Beweise für die Lehre: der einzige Weg
für den Millionär, durch große Schenkungen dauernd Gutes zu
stiften, ist der, schön während seines Lebens die Verteilung seiner
Reichtümer mit derselben Sorgfalt zu behandeln, die er bei ihrem!
Erwerbe zeigte. Eben jetzt haben wir dafür ein geradezu klas