Object: Währung und Handel

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Einen gewissen Ausgleich schuf da die seit 1819 etwa zu 
verfolgende und mit den dreifsiger Jahren stärker anschwellende 
deutsche Auswanderung, die eben wegen der geschilderten Verhältnisse 
über Bremen besonders günstige, billige Beförderung fand und von 
den Fuhrleuten im Inlande und den Reedern in der Seestadt natürlich 
nach Möglichkeit an sich gezogen wurde. Es ergaben sich lohnende 
Ausfrachten für die bremische Reederei, die billige Rückfrachten 
gestatteten, und die teuren Inlandsfrachten per Achse gegenüber 
den für den Flufsverkehr besser belegenen Häfen vielfach wett 
zumachen erlaubten. ’) Spezielle deutsche Auswanderungsgebiete, 
wie Hessen, lagen auch besonders im bremischen Bereich. 1841 
erhielten die Fuhrleute, die Auswanderer hergebracht hatten, 
besondere Begünstigung, indem sie bei der Rückfracht aufserhalb 
der Reihe der übrigen beim Güterbestcder angemeldeten Fuhrleute 
vorgezogen wurden, weil sie zu billigeren Preisen verladen wollten 
und konnten. * 2 ) So lange die Eisenbahnkonkurrenz nicht bestand, 
kamen die Auswanderer, die ja manches Gepäck mit sich führten, 
meist mit Frachtfuhrleuten 3 ), oder mit den damals aufkommenden 
Flufsdampfern, die den Verkehr auch an sich zu ziehen bemüht 
waren, vorher auch mit Flufsschiffen, weniger mit der Post 3 ), die die 
Bd CIIL, Leipzig 1902; (W. Böhmer t, D. Lage d. Seeleute i. Wesergebiet, 
ebenda Bd, CIV., 1903); K. Wiedenfeld, Die nordwesteuropäischen Welthäfen, 
Berlin 1903; Peters; Patje, S. 424; Hannovers Seeschiffahrt, Leer 1853; 
Bremer Tageblatt, 1869, Nr. 11 und 12; Weserzeitung, 6. Not. 1866, 
Nr. 7140; Georg Sello, Oldenburgs Seeschiffahrt in alter und neuer Zeit, 
Pfingstblätter des Hansischen Geschichtsvereins, Blatt II, Leipzig, 1906; 
R. Reinhard, Die wichtigsten deutschen Seehandelsstädte, Forschungen zur 
deutschen Landes- u. Volkskunde, XIII. Bd., Stuttgart, 1901; u. d. angegeb. Liter. 
Zu den Anfängen des Bremer überseeischen Handels, namentlich in Nord 
amerika (1783) W. v. Bippen, Geschichte der Stadt Bremen, III. Bd., 1904. 
S. 263, 264, Dietrich Schäfer, Weltgeschichte der Neuzeit, Berlin 1907, 
II. Bd.. S. 328. Die grosse Entwicklung, die der nordamerikanische Handel 
der Hansestädte in dem letzten Jahrzehnt des 18. Jahrhunderts gehabt hatte, 
wurde durch die französische Zeit und die Kontinentalsperre unterbrochen. 
Erst 1832 erreichten die in denVereinigten Staaten angekommenen Bremer und 
Hamburger Schiffe wieder die Tonnenzahl von 1799, Vgl, a. Heincken, 
Gesch, S. 3, 71, 110, 141, 202, 265, 269, 382, 422, 431. 
') Duckwitz, Denkwürdigkeiten. 
2 ) Akten des Bremer Staatsarchivs. Abdruck der Verordnung auch bei 
V. Böhmert, Bremer Handels-Archiv, II. Bd., 1865, No. 152, S, 366. 
s ) Vgl. Duckwitz, Denkwürdigkeiten; die Jahresberichte der Vereinten 
Weser-Dampfschiffahrts-Ges. (Sammlung der Stadtbibliothek); (v. Hormayr), 
Fragmente II, 1841, S. 48; Abgedrungene Zurechtweisung des Meister Friedrich 
Höhne, Bremen 1844, S. 7, 63,
	        
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