Dagegen wiederholt sich die durchschnittliche Relation zwischen
Normalwert und berichtigtem Wehrbeitragswert im großen und
ganzen auch bei den einzelnen Betrieben.
3. Entwicklungstendenz der ortsbesichtigten Betriebe.
Die Ortstaxen bieten eine volle Bestätigung der Schlußfolgerungen
aus den Vergleichsergebnissen der Verschuldungserhebungen.
Die Kenntnis der Verschuldungshöhe allein gibt nicht
immer die Möglichkeit, die Entwicklungstendenz eines Betriebes mit
Sicherheit zu beurteilen; im großen Durchschnitt ist bei Eigen- und
Pachtbetrieben eine über 70prozentige Verschuldung (gemessen äm
Krisenwert zuzüglich sonstigem Vermögen) bedenklich; die daraus
resultierende Zinslast kann meist nicht getragen werden.
Daß Betriebe im einzelnen von dieser Regel abweichen, zeigen
die Ergebnisse der Ortstaxen, insbesondere der Voranschläge, deren
Treffsicherheit für die zurückliegende Zeit im laufenden Jahre vielfach
nachgewiesen werden konnte. Diese Voranschläge für die
baren Einnahmen und Ausgaben sind unter Verwendung vorhandener
Buchführungsunterlagen vergangener Jahre und unter Hinzuziehung
der Betriebsleiter aufgestellt und im Laufe des Jahres durch Nachbesichtigungen
und Besprechungen der landwirtschaftlichen Sachverständigen
revidiert worden. Sie geben ein brauchbares Bild über
die Relationen zwischen Kapitaldienst und Wirtschaftsreinerträgen
gering- und hochverschuldeter Betriebe.
Wenngleich Abschlußergebnisse eine größere Beweiskraft
haben, so fehlt es doch an Zusammenstellungen von Buchabschlüssen
für das Gebiet dieser Untersuchungen, die in dieser Breite nach bestimmter
Norm unter einheitlichen Gesichtspunkten bearbeitet
wären. Die bisherige Tätigkeit der Kreditkontrolle hat die Brauchbarkeit
der Voranschläge für allgemeine Betrachtungen erwiesen.
Hinsichtlich der Rentabilitätslage des Einzelbetriebes hat die
Preußenkasse in Übereinstimmung mit dem Vorbericht des landwirtschaftlichen
Unterausschusses der Enquete eine sehr weitgehende
Differenzierung festgestellt. Diese ist keineswegs rein regionaler Natur;
vielmehr befinden sich mit Erfolg wirtschaftende und abgleitende Betriebe
gleicher Größengruppen häufig in erstaunlich enger Gemengelage.
Ganz allgemein ist die Zahl der Reinertragsbetriebe*) seit 1924
trotz teilweise entgegenwirkender Konjunkturschwankungen gestiegen.
*) S. Erläuterungen Seite 145.
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