Druckes. In den bäuerlichen Bezirken, in denen in Oberschlesien
die Kleinbauernstellen die wichtigste Rolle spielen, besteht ein so
erheblicher Bedarf an Anliegerland, daß die Verwertung ganzer
Betriebe und auch die Abtrennung von Parzellen zu relativ
günstigen Preisen möglich ist. Insgesamt kann der oberschlesische
Gütermarkt als nicht bedroht angesprochen werden.
Die Entwicklung des Pachtmarktes ist nicht in ganz der
gleichen Richtung verlaufen. Von einer völligen Stagnation kann
hier in keinem der zur Rede stehenden Landesteile gesprochen
werden, selbst in Ostpreußen ist die Anzahl der von den Verpächtern
notwendigerweise in Selbstbewirtschaftung genommenen Betriebe
gering. Im allgemeinen findet sich noch eine genügende Anzahl
pachtwilliger Landwirte, die unter Ausnutzung der derzeitigen meist
günstigen Übernahmebedingungen das Risiko des landwirtschaftlichen
Unternehmens nicht scheuen. Diese Entwicklung wird durch
die Domänenverwaltung und auch die Pächterkreditinstitute gefördert,
die eine Senkung der Pachtlasten oder eine kreditliche Unterstützung
der Neuanzieher dem mit der sonst etwa notwendig
werdenden Selbstbewirtschaftung der Betriebe verbundenen Risiko
vorziehen.
Nach der Statistik.
Die öffentliche Meinung schließt aus den regelmäßigen Bekanntmachungen
des Preußischen Statistischen Landesamtes über die erfolgten
Zwangsversteigerungen auf die größere Beteiligung der kleinen
Besitzgrößen an dem KEigentumswechsel. Tatsächlich hat die
besondere Notlage der Großbetriebe dazu geführt, daß die verhältnismäßig
höchste Quote an Zwangsversteigerungen
auf diese Betriebe entfällt.
Die nachfolgende Übersicht, in der die Angaben des
Preußischen Statistischen Landesamtes in Beziehung zur Gesamtheit
der in den Landesteilen vorhandenen Betriebe der verschiedenen
Größengruppen gebracht sind. zeigt dies deutlich:
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