Full text: Zur Begriffsbestimmung der Kartelle und Konzerne

Marktgegner fordert, sonach nicht im Wege freiwilligen Entgegen- 
kommens, sondern nur kraft wirtschaftlicher Macht erzielbar ist und 
zwar nur kollektiver Macht des zu ihrer Ausübung jeweils. not- 
wendigen Teiles der Interessenten, so.läuft die Wirksamkeit der 
Organisation gegenüber dem Markte, gleichgültig, ob und wieviele 
Teile des Geschäfts sie erfaßt, notwendig stets... auf das hinaus, 
was man gemeinhin vorsichtig mindestens als monopolistische Be- 
einflussung bezeichnen muß“?). 
Es muß daher auch ein Konditionskartell auf der Macht organi- 
sierten Vorgehens beruhen, wenn auch die Marktwirkungen in nor- 
malen Zeiten gering sind. Somit ist die Vereinbarung über Kondi- 
tionen ein Kartell, da sie eine Rentabilitätsförderung in der Form 
der Konditionenregelung mittels einer Machtstellung auf dem 
Markte bezweckt. 
6. Die Kartellfähigkeit.- 
Unter „Kartellfähigkeit“ sind Faktoren subjektiver und objek- 
tiver Art zu verstehen, welche auf die Bildung von Kartellen för- 
dernd oder hemmend einwirken. Hauptsächlich kommen folgende 
Momente in Betracht: 
Ganz allgemein sind Massengüter mit möglichst wenig Quali- 
tätsunterschieden die geeignetsten Waren, vor allem für festere 
Kartellformen, während ausgeprägte Individualerzeugnisse, bei 
denen künstlerische Fähigkeiten, eigene Muster und Modelle von 
Bedeutung sind, ferner Modewaren und solche, deren Herstellung 
zur Spezialität einiger Firmen gehört, sich wenig zur Kartellierung 
eignen. 
Weiter sind gleiche oder doch nahestehende Produktions- und 
Absatzbedingungen und ähnliche Gesichtspunkte wesentlich. Die 
Notwendigkeit der Kartellbildung wird in solchen Industrien am 
meisten empfunden, in denen das fixe Kapital den Hauptanteil an 
den Produktionskosten hat, z. B. in der Eisenindustrie. 
Auch die Marktgestaltung entscheidet über das Entstehen und 
Wirken der Kartelle. Für Waren mit dauernden Schwankungen hin- 
sichtlich Erzeugung und Absatz lassen sich schwer Vereinbarungen 
treffen. 
Hemmungen oft entscheidender Art liegen in der Persönlich- 
keitssphäre, in dem Selbständigkeitsdrang der leitenden Köpfe, und 
dieser Widerstand wird um so erheblicher sein, je größer der Kreis 
?7) Tschierschky, Kartellorganisation, S. 46.
	        
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