Georgios Gemistos Plethon.
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das mittelalterliche Ideal heraufgerufen werden und die vor allem
der politischen Regeneration, für die Plethon in seiner Schrift
über die Gesetze eintritt, dienen sollen. Die Ideenlehre wandelt
sich in eine polytheistische Götterlehre. Die mannigfachen Kräfte,
die Plethon zum Aufbau seiner Naturansicht braucht, werden zu
persönlichen Einzelwesen hypostasiert und mit einem besonderen
Götternamen belegt.) In der Spekulation über die hierarchische
Stellung und Rangordnung dieser Kräfte, die vor allem auf Proklus
zurückgeht, werden sodann Philosophie und Mythos so
unlöslich mit einander verknüpft und vermischt, dass jede Trennung
zwischen beiden, jede Heraushebung eines gesonderten, abstrakten
Gedankengehalts vergeblich wäre. So interessant daher
Plethons Lehre vom Standpunkt der allgemeinen Kulturgeschichte
ist, so wenig bedeutet sie für das innerliche, logische
Verständnis des Platonismus. Mehr und mehr lenkt die Betrachtung
von der eigentlichen Hauptfrage ab: während bei Plethon
die Ideenlehre wenigstens unter dem allgemeinen mittelalterlichen
Gesichtspunkt der Realität der „Universalien‘“ erörtert und
gegen Aristoteles verteidigt wird, tritt sie bei seinem nächsten
Schüler, dem Cardinal Bessarion, bereits völlig in den Hintergrund:
sie wird nur im Zusammenhange der metaphysischen
Grundfrage, ob die Natur nach bewusster Absicht handle, erörtert,
um alsbald als „höchst dunkeles und schwieriges Problem“ zur
Seite geschoben zu werden.‘)
Auch die tiefere und eindringende Kenntnis der Platonischen
Schriften, die innerhalb der Florentinischen Akademie
gewonnen wird, führt hier nicht sogleich zu einer entscheidenden
inneren Umgestaltung. Zwar besteht zwischen Plethon und
Marsilius Ficinus, der Persönlichkeit wie der Grundabsicht
ihrer Lehre nach, ein durchgreifender und charakteristischer Unterschied.
Wenn bei Ficin der Blick weiter und freier geworden
ist, wenn die geschichtlichen Quellen nunmehr ihrem ganzen Umlang
nach übersehen und durchforscht werden, so hat sich doch
auch die reformatorische Schärfe, die den Anfängen des Platonismus
eignete, hier bereits merklich abgestumpft. Die Platonische
Lehre soll zum Mittel- und Einheitspunkt werden, in dem alle
widerstreitenden Tendenzen der Zeit sich zusammen{inden. Relieion
und Philosophie, Metaphysik und Wissenschaft, die über-