Idee und Perception,
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Und selbst wenn die Unterscheidung gelänge: wer versichert uns,
lass die Ergebnisse, die wir hier gewinnen, allgemeine Bedeutung
haben? Mit welchem Rechte können wir einem Inhalt, der sich
uns einzig in der Form des individuellen Bewusstseins dar-
stellt, universellen Wert zusprechen und seine Anerkennung von
allen denkenden Subjekten fordern? Fragen dieser Art sind es,
die nunmehr in Malebranche lebendig werden und die seinem
ldealismus eine neue entscheidende Richtung geben. Die „Dinge“
xönnen wir getrost entbehren: aber die Gewissheit und Konstanz
der wissenschaftlichen Erkenntnisse gilt es zu gründen und zu
sichern, Wir verlangen nicht länger ein gegenständliches Urbild
unserer Vorstellungen, das irgendwo im Raum existiert und von
anseren Ideen nachgeahmt wird: was wir dagegen fordern
müssen, ist eine beharrliche, 'unverbrüchliche Regel, auf die wir
die wandelbaren Phänomene zurückleiten können. Das Selbst-
bewusstsein bietet uns nichts anderes als ein beständiges Kommen
und Gehen immer neuer Perzeptionen, die ungerufen wie aus
dem Nichts hervortauchen und wiederum in Nichts zu zerfliessen
scheinen; wollen wir sie verstehen und beherrschen, so müssen
wir sie nicht in starren Objekten, wohl aber in „dauernden Ge-
danken“ befestigen. Ein selbständiges intelligibles Sein, das un-
abhängig von der Tatsache und. dem Akt unserer Wahrnehmung.
besteht, ja das diese Tatsache selbst erst ermöglicht, ist die erste
notwendige Voraussetzung, die wir für den Begriff der Erkennt-
nis postulieren müssen. —
Ehe wir auf die metaphysischen Folgerungen eingehen,
die für Malebranche in diesem Anfang unmittelbar enthalten
ınd beschlossen sind, müssen wir uns die Notwendigkeit und das
Recht der Fragestellung nochmals verdeutlichen. Psychologie
and Logik: die Lehre von dem subjektiven Denkverlauf und seinen
kausalen Gesetzen und die Betrachtung der Grundbeziehungen, die
zwischen den Inhalten des Denkens bestehen, treten jetzt deutlich
auseinander. Wiederum ist es die Mathematik, die hier die
Wege weist und die die grundlegende philosophische Unter-
scheidung bekräftigt. Wenn ich die Idee eines Quadrates fasse,
wenn ich aus ihr in lückenloser notwendiger Folge alle Eigen-
schaften einer derartigen Figur ableite: so ist das Objekt, auf das
ich in meinem Denken hinblicke und das alle meine einzelnen