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bei dem Kundenkreise fest, und je mannigfaltiger sich dieser zusammensetzt,
um so größer pflegt die Ausgleichung zu sein. Der Beamte
und Rentier beziehen im Beginn jeden Vierteljahres das Gehalt und
die Zinsen, ihre Ausgaben verteilen sich ziemlich gleichmäßig auf die
Zwischenzeit. Der Landwirt hat dagegen im Beginne des Vierteljahres
Hypothekenzinsen, Gehalt und Löhne auszuzahlen, seine Einnahmen
konzentrieren sich mehr oder weniger auf die Zeit der Wollschur, des
hauptsächlichsten Ausdrusches der Ernte während des Winters. Die
Fabrikanten machen zu bestimmten Zeiten ihre Einkäufe an Rohmaterial,
der Absatz konzentriert sich auf die einzelnen Saisons oder sonstige
Perioden des Jahres, während die Ausgaben und Einnahmen der Kaufleute
bei einem schnelleren Umsatz sich gleichmäßiger über das Jahr verteilen,
aber auch Ebbe und Flut in gewisser regelmäßiger Wiederkehr
verfolgen lassen. Auf diese Weise ist der Bankier in der Lage, vorauszusehen,
welche Summen er zu den einzelnen Terminen vorrätig halten
muß, um den Bedarf seiner Kunden zu befriedigen, wann er dagegen
auf größeren Zufluß an Geldern rechnen kann, und wie weit der
Zufluß von der einen Seite ausreicht, um den Bedarf der anderen zu
befriedigen. Er kann hiernach die Depositen seiner Kunden zum
großen Teile verwerten, um Anderen entsprechende Vorschüsse zu
gewähren. Er verzinst aber die Einlagen, wie wir sahen, niedriger, als
er seine Darlehen verzinst erhält. Je langsamer der Umsatz bei den
Kunden ist, wie bei den Beamten, Rentiers, Landwirten, um so größere
Summen werden für längere Zeit zu seiner Verfügung stehen. Je
schneller der Umsatz ist, wie bei den Kaufleuten, um so mehr Gelder
wird er zur unmittelbaren Verfügung bar vorrätig halten müssen, und
je schneller der ganze Verkehr ist, wie z. B. in England, um so mehr
wird dieses der Fall sein, gegenüber einem langsameren Verlauf, wie
er z. B. in Rußland oder in der Türkei zu beobachten ist. Die
Schwankungen in dem Geldverkehre treten in dem Notenumlauf unserer
Reichsbank scharf hervor, der sich im Beginne jedes Vierteljahres gewaltig
steigert, da größere Summen von ihr verlangt werden, um allmählich
in den folgenden 2!/, Monaten abzunehmen, dann regelmäßig
Ende des Vierteljahres zu steigen, und Ende Dezember den Höhepunkt
zu erreichen, wie die folgende kleine Tabelle für das Jahr 1899 ergiebt:
Datum Notenumlauf Barvorrat Wechsel]
Mil Mr Mil. Mk.
Dr 310
923
362
41
368
381
718
762
708
733
593
864
724
944
762
1127
958
1080
Im Beginne des Jahres ist der Barbestand der Bank ein sehr
niedriger, während dagegen der Notenumlauf und Wechselvorrat ein
hoher ist. Das Verhältnis hat sich am 28, Februar vollständig umgekehrt.
Der Barvorrat ist gestiegen, der Wechselbestand und Notenumlauf
ist gesunken, und dieses wiederholt sich fortdauernd, bis am
Ende des Jahres wieder die extremsten Ziffern zu Tage treten, wo die Anforderungen
an die Bank am größten waren, ihr am wenigsten Depositen
zuflossen, dagegen Darlehen auf Wechsel in ausgedehntem Maße ge-