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Allgemeine Würdigung der socialen Klassenbildung. 411
eins der unteren Klassen, die Ersetzung der Resignation durch kühne aktive Hoffnungen
usammen, so entsteht der gewaltthätige Klassenkampf, die Rebolution, der Bürgerkrieg.
Das Gemeinwesen geht zu Grunde oder gelangt erst durch allerlei Kämpfe, Umbildungen
ind Reformen nach und nach wieder zu leidlichen Friedenszuständen, wenn es gelingt,
en einenden Elementen der Kultur wieder die Oberhand über die trennenden zu ver—
chaffen, die Entartung des Klassenregimentes, das ein aristokratisches oder ein demo—
ratisches sein kann, jeweilig zu beseitigen oder zu mildern. Wir kommen darauf zurück.
Hier schließen wir mit der vorläufigen Erkenntnis: keine höhere Kultur ohne
klassen und ihre Wechselwirkung; die Klassenordnung ist normal, wenn sie den ver—
chiedenen durchschnittlichen Fähigkeiten und Leistungen entspricht; das ist häufiger bei
iner neuen Klassenbildung der Fall als bei einer alten, versteinerten; jede einseitig
ur Herrschaft kommende Klasse versucht das Recht und die Institutionen in egoistischem
Sinne umzubilden; die Mißbräuche einer siegenden Aristokratie sind andere als die
iner zur Herrschaft kommenden Demokratie, aber es fragt sich, welche größer sind und
as Gesamtwohl mehr schädigen. Je weiter eine herrschende Klasse mißbräuchlich Besitz
ind Macht, Ehre und Einfluß anders verteilt, als es den durchschnittlichen Eigen—
chaften der Menschen entspricht, desto schlimmer werden die Zustände. Jede zur Herr—
chaft gelangende Klasse steht, bis fie ihren Höhepunkt erreicht hat, im Dienste der
ßesamtentwickelung; ob und wie lange sie sich auf dieser Höhe erhält, hängt von der
Frage ab, ob ihre Fähigkeiten und Tugenden dieselben bleiben, ob fie rasch entartet,
ne zu große Zahl unfähiger Elemente in sich birgt, ob sie ihre Pflichten vernachläsfigt,
inem trägen Genußleben sich ergiebt, in schmutziger Weise sich bereichert, ob ihr Ver⸗
nögen und Einkommen in zu großen Gegenfatz zu ihren Leistungen tritt. Die mittleren
ind unteren Klassen kommen nicht so leicht und so oft in die Lage, ihre Stellung zu
nißbrauchen; aber die großen politischen Siege der Demokratie, welche wir in Griechen—
and und Rom, im Mittelalter und in der neueren Zeit erlebten, zeigen uns, daß
diese Klassen eniweder sofort der Herrschaft eines populaten Diktators anheimfallen oder
die Macht und die Finanzen des Staates zerrütten, zu gesunden Reformen und Neu—
zestaltungen unfähig sind und nach kürzerer oder längerer Zeit, nach ungeschickten oder
jeillosen Experimenten wieder der Herrschaft verlustig gehen.
Das ganze Problem ist ein süͤttlich-pfychologisches auf der einen Seite, ein solches
der wirtschaftlichen und politischen Instilutionen und ihrer Fortbildung auf der anderen.
Der Versuch, aus der Technik und der Besitzverteilung allein die Klassenbildung und
alle ihre Folgen abzuleiten, ist so verfehlt wie der, aus diesen selben Ursachen eine
ünftige Beseitigung aller socialen Klassen beweisen zu wollen.
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