Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 1. 
nicht republikanisch, nur ein Gegner der Despotie. In der Schrift 
„A View of the Principles and Conduct of the Protestant 
Dissenters with respect to the Civil and Ecclesiastical Consti- 
tution of England“ 2. Aufl. 1769 kehrt die gleiche Behaup- 
tung wieder, man dürfe nicht in falscher Verallgemeinerung 
von Cromwells Handlungsweise die Dissenters für gleichheits- 
Justig und republikanisch halten. Sie beugten sich sogar auch 
solchen Gesetzen, die sie für schlecht hielten, weil im Allge- 
meinen ein „Zustand geordneter Gesellschaft besser ist als 
Anarchie“, ja die Dissenters seien der jetzigen Dynastie sogar 
besonders zugethan und principiell Anhänger der beschränk- 
ten Monarchie, sie seien nur gegen Ausdehnung der königl. 
Prärogative und gegen willkürliche Regierung und seien 
durchgängig liberal, schon weil sie sich nicht aus den Reichen 
und Hochgeborenen rekrutiren, Aber sie seien sogar „froh, 
ihre religiöse Freiheit mit dem Ausschluss von Staatsämtern 
zu erkaufen“ (S. 361). Als Schriftsteller und Philosophen mach- 
ten sie keinen Unterschied zwischen irgend welchem religiösen 
Bekenntniss. Doch wenn wider ihren Willen die Debatte auf 
Religion käme, so würde wohl zu Tage treten, dass sie mit 
freiem wissenschaftlichen Sinn eifriges Christenthum verbänden. 
Priestley schreibt hier eine Apologie der Dissenters; er 
beschönigt, insofern er nicht zugesteht, dass das Dissenter- 
thum ein Heerd weitgehender revolutionärer Agitation war 
und werden konnte — aber er ist gewiss aufrichtig für seine 
Person; es ist wahr, dass die damaligen Dissenters eine Ab- 
sicht zu thatsächlicher Revolution nicht hatten, dass es also 
ungefährlich, ja klug gewesen. wäre, sie politisch gleichzu- 
stellen. Die Dissenters als eine freigeistige , politisch freisinnige, 
und wahrhaft christliche, aber nicht revolutionäre Partei 
waren damals möglich als eine geduldete Minorität. Priestley 
bringt in dieser Schrift viel über die Geschichte der Dissen- 
ters und über ihren damaligen Zustand — Alles freilich etwas 
aphoristisch. Er ermahnt zur Einheit der Dissenters und 
eifert gegen religiöse Gleichgültigkeit; die Verschiedenheit 
des Dogmas der einzelnen Secten hält er für unbedenklich, 
ja nützlich. Einig seien sie darin, dass sie jede menschliche
	        
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