Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

getrunken wird, 8 Pfd., in Deutschland (GSollverein) 2 Pfd., in 
Schweden 14 Pfd. auf den Kopf kommen. Humboldt berechnet 
den Werth des 1820 in Europa verbrauchten Kaffees (140 Mill.) 
auf 6 Mill. Pfd. Strl, während die jetzt verbrauchten 250 Mill, 
zu 6 d. per. Pfund nur einen Werth von 6,250000, zu 8 d. einen 
bon 83383,833 Pfd. Strl. repräsentiren; es kostete nämlich der Kaffee 
im Jahre 1820 in England doppelt so viel wie jetzt. Diese Preis— 
ermäßigung ist hauptsächlich durch die Zollherabsetzung bewirkt, und 
diese ist wieder die Hauptursache der so sehr gesteigerten Consum- 
tion. Diese aber ist ihrerseits wieder der Grund, daß die Zollein⸗ 
künfte der Staaten aus diesem Artikel trotz der Zollherabsetzungen 
nicht vermindert, sondern beträchlich vermehrt worden sind. 
Die Production steigert sich mit den wachsenden Bedürfnissen, 
d. h. die größere Nachfrage bringt größere Erzeugung hervor, und 
umgekehrt: größere (billigere) Production schafft sich größeren Absatz. 
Fragt man, ob die Erzeugung von Gütern dem Begehr folge, oder 
dieser jener, so muß man sagen, beides ist der Fall. Doch als 
Grundverhältniß ist anzunehmen, daß die Erzeugung sich nach den 
gesteigerten Bedürfnissen richtet. Der Producent folgt dem Consu⸗ 
menten. Er geht dessen Bedürfnissen nach, er schafft Güter, die 
für Andere Werth haben, ohne sich darum zu kümmern, was die 
Güter an sich sind. Was er produeirt, ist nicht für seine eigenen 
Bedürfnisse bestimmt. Also kommt es ihm wenig darauf an, ob 
es mehr oder weniger nützlich, nothwendig, entbehrlich ist. Dem 
Producenten liegt nur daran, daß man dem Product auf dem 
Markte einen möglichst großen Werth beilege. Die Theilung der 
Arbeit führt diesen Zustand der Dinge herbei, daß Jeder Das 
produecirt, was er nicht cousumiren wird und Das consumirt, was 
er nicht producirt hat. Als Producenten haben wir nur das Be— 
dürfniß Anderer, also den Werth im Auge, den die Consumenten 
einer Sache beilegen. Das lehrt uns die allgemeine Erfahrung. 
Derjenige, welcher einen Diamant schleift, Spitzen stickt, Brannt 
wein destillirt, oder Mohn baut, fragt sich nicht, ob die Consum- 
tion dieser Gegenstände vernünftig ist oder nicht. Er arbeitet, und 
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