Full text : Vorschule der Volkswirthschaft

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Es wird Niemandem einfallen, diese in so kleinem Maßstab,
mit nur 60 Thaler vorgenommene Untersuchung für sich allein als
maßgebend für die Beurtheilung der betreffenden gesammten Münzcirculation
 aufstellen zu wollen, allein als bescheidener beiläufiger
Beitrag möchte dieselbe doch deshalb nicht ganz zurückzuweisen sein,
weil die Prüfung nicht blos nach dem Gewicht der Münzstücke,
sondern nach erfolgter Einschmelzung und darnach stattgefundener
sorgfältiger Wardirung des Feingehalts, mithin streng nach dem
effectiven Silberwerth, stattgefunden hat.
Die von Herrn Karmarsch in den Mittheilungen des Gewerbe⸗
vereins für das Königreich Hannover (Jahrgang 1857) veröffentlichten
 Resultate „über die Abnutzung der Geldsorten durch den
Umlauf“, welche durch die Ermittelung des Gewichts größerer Sum—
men Geldstücke (ohne Einschmelzung) gewonnen sind, zeigen in
Bezug auf die älteren preußischen Thaler folgendes Ergebniß: 3815
Stück preußische Thaler aus den Jahrgängen 1784 bis 1840 ergaben
 im Durchschnitt einen jährlichen Abgang von 6,21 Milli—-gramm
 auf das einzelne Thalerstück zu 22,272 Gramm, oder von
0,0278 8. Für die Thaler von 1784 bis 1786 wird dort die
jetzige Werthverringerung auf etwa 13 bis 138, für die Thaler
von 1796 bis 1802 auf etwa 138, für die Thaler von 1817 und
1818 auf etwa 1438 veranschlagt. — Nach der von uns für die
eingeschmolzenen 60 Thaler von 1770 bis 4816 vorgelegten Unter⸗
suchnng des Gewichts wie Feingehalts ergiebt sich bei einer durch—
schnittlichen Umlaufszeit von nahezu 60 Jahren, wie eben bemerkt,
ein Unterwerth von 15 Gramm auf das Kilogramm, oder von
14 8, was mithin mit den Ermittelungen des Herrn K. im Wesentlichen
 übereinftimmt. —
Auf dem Weltmarkt wird der Werth der Münzen lediglich
durch das Quantum des in ihnen enthaltenen Edelmetalles be—
stimmt. Aber im Inlande hat die legale Münze den Nominalwerth
und nicht den Realwerth des darin enthaltenen Edelmetalls. An—
nähernd muß indessen der Nominalwerth der Münzen dem Real.
werthe gleichkommen, weil sonst das Falschmünzen zu sehr überhand
            
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