Resolutionen. CL
Andererseits zeigt die geschichtliche Erfahrung, daß den Freiheitsbewegungen umso
größere Erfolge und ein umso rascherer Sieg beschieden ist, je klarer ıhr politisches und
soziales Programm und je breiter die Volksmassen sind, die an diesen Bewegungen aktiv
teilnehmen. Die höchste Entwicklungsstufe solcher Bewegungen zeigt gegenwärtig der
nationalrevolutionäre Kampf der chinesischen Volkspartei (Kuomintang), die sich auf die
breiten Massen der unterdrückten Arbeiter, Bauern, Kaufleute, Intellektuelle und andere
Mittelschichten stützt und auf Grund eines klaren und sozialen Programms den Freiheitskampf£f
des chinesischen Volkes siegreich führt. China ist zugleich das beste Beispiel dafür, daß es
in jedem vom Imperialismus unterdrückten oder bedrohten Lande Schichten gibt, die sich
mit dem unterdrückenden Imperialismus verbünden, zu Verrätern an der Sache der natio-
nalen Freiheit werden, Schichten, die der Imperialismus als Stützpunkte im Kampf gegen
das eigene Volk zu benutzen trachtet. Das sind in China, wie in anderen um ihre Frei-
heit kämpfenden Ländern, die Vertreter der feudalistischen Reaktion, reäktionäre Militär-
machthaber, die hoffen, ihre Vorrechte auf Kosten des eigenen Volkes mit Hilfe der imperia-
listischen Unterdrücker erhalten zu können.
Die fortgeschrittensten Organisationen der Arbeiterschaft der unterdrückten Länder er-
streben überall — unbeschadet ihres eigenen weitergehenden Klassenprogramms — ein
festes Bündnis mit dem Bauerntum und mit allen fortschrittlichen und kampfbereiten
Schichten der unterdrückten Nationen, die ein ehrliches Interesse an der vollen Aufhebung
der imperialistischen Bedrückung haben. Über alle Rassenunterschiede hinweg streben die
fortschrittlichen revolutionären Arbeiterorganisationen der unterdrückten Länder überall die
Bildung einer solchen nationalrevolutionären anti-imperialistischen Einheitsfront an, wie sie
China in bedeutendem Maße bereits verwirklicht hat, und wie sie in anderen Ländern in Ent-
stehung begriffen ist.
Die nationalrevolutionäre Freiheitsbewegung ist gezwungen, im Interesse ihres Sieges den
Kampf nicht nur gegen die ausländischen imperialistischen Unterdrücker, sondern auch gegen
deren einheimische Verbündete, die reaktionären feudalen Elemente, die imperialisten-
freundlichen Militärmachthaber und sonstige Reaktionäre energisch zu führen, was nur da-
durch geschehen kann, daß die nationalrevolutionäre Front sich auf die breiten werktätigen
Bauern- und Arbeitermassen stützt, in deren ureigenstem Interesse es liegt, zur Befriedigung
ihrer eigenen sozialen Wünsche die Reaktion niederzukämpfen. Die chinesische national-
revolutionäre Bewegung kann auch insofern den übrigen unterdrückten Völkern als Vorbild
dienen, als es ihr gelungen ist, eine starke nationale Armee zu bilden, mittels derer sie er-
folgreich die Kräfte der Gegenrevolution bekämpft. Diese Armee besteht, im Gegensatz zu
den Söldnerheeren der verschiedenen chinesischen Militaristen, aus politisch aufgeklärten,
durch einen einheitlichen revolutionären Gedanken zusammengeschweißten, bewaffneten
Arbeitern und Bauern, deren Vormarsch den Imperialisten und ihrem Anhang Entsetzen ein-
f1ößt, während die Volksmassen ihn als eine Erlösung empfinden. Das Erscheinen der
Kantonarmee gibt überall das Signal zur Bildung freier Verbände von Bauern, Arbeitern,
Kaufleuten und anderen politisch und wirtschaftlich geknebelten Volksschichten. Pflicht
aller, denen es um die Befreiung ihres Landes ernst ist, ist es, ähnliche Kampforganisationen
zu schaffen und denjenigen ihrer Landsleute, die in die bewaffneten Organisationen der
Imperialisten eingezwängt sind, ihre nationalrevolutionären Aufgaben zum Bewußtsein zu
bringen.
Jede nationale Freiheitsbewegung, die diesen Namen verdienen will, muß sich das
Ziel der restlosen, politischen, wirtschaftlichen, militärischen und kulturellen Selbständigkeit
des betreffenden Volkes, Landes oder der betreffenden Nation stecken. Gemäß dieses all-
gemeinen Prinzips stehen, je nach der Eigenart der Verhältnisse, folgende Forderungen im
Vordergrund:
ı. Abschaffung aller sozialen, wirtschaftlichen, politischen oder kulturellen Vorrechte
der imperialistischen Eindringlinge in solchen Ländern, wo die Imperialisten sich mit den
Mitteln ihrer Gewaltpolitik derartige Privilegien erzwungen haben (Ägypten, Mexiko und
verschiedene Staaten Zentral- und Südamerikas);
2. Abschaffung aller „Verträge“, die von den Imperialisten zur Sicherung ihrer Vor-
Mmachtstellung erzwungen wurden. (Exterritorialität, Kapitulationen.) Abschluß neuer Ver-
träge nur auf Grund voller Gleichberechtigung (China, Persien, Zentralamerika).
DV