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Zweites Buch, Cap. 2.
mehrten Gebrauchs der Calicos weniger Rohseide verarbeitet
und gekauft werde, so dass die Rohseidenimporteure weniger
Tuch zur Ausfuhr kaufen könnten!). Gegen das postulirte
Calicoverbot petitionirten natürlich die Kaufleute, welche mit
Indien Handel trieben, Die inländischen Leinwandfabrikanten
verlangten, dass nur indischer Calico, nicht ihr heimisches
Product verboten werde und die Londoner Tapezierer baten,
dass ihnen der Gebrauch von Calico gestattet werde, da sie
Bettdecken machten, die inwendig aus Wolltuch, auswendig
aus bedrucktem Calico oder Leinwand waren. Zu diesen
Petenten gegen das Verbot gegen das Verbot gedruckter
Calicos und Leinen gesellte sich auch das irische Leinwand-
amt, welches sich darauf berief, dass Irland seit dem Verbot
des Exports von Tuch 1699 auf Leinwand angewiesen sei.
Das Parlamentscommittee, das über all diese Petitionen
zu berichten hatte, schätzte die Interessen der Exporteure
aber noch gering und schlug vor, in Grossbritannien gedruckte
Calicos ganz zu verbieten und nur gedruckte Leinwand, die
in Grossbritannien und Irland gemacht war, zu gestatten %).
Dagegen protestirten aber nicht nur Londoner Leinwand-
importeure, die baten, auch deutsche Leinwand solle bedruckt
werden dürfen, sondern auch aus Bristol ertönten Klagen,
dass der Tuchexport geschädigt und der Absatz nach den
Colonien in fremde Hände getrieben werden würde, wenn
deutsche Leinwand nicht mehr in England gefärbt werden
dürfe %).
Endlich protestirten auch Leute aus Weymouth und Mel-
combe, welche constatirten, dass rohe Baumwolle aus eng-
lischen Colonien in England seit Jahren versponnen und ver-
webt werde, Das Product werde bedruckt oder blau ge-
färbt; es solle nicht schlechter behandelt werden als englische
Leinwand. Das Haus beschloss, dass diese Petition berück-
sichtigt und den Webermeistern zugleich Beschränkungen in
1) Journals Vol. 19 8. 178.
2) aa 0, S. 268.
3a. a. O0. 8. 295.