Contents : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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ITALIEN  (Gebietswechsel).

—  Auch  Genua,  anfangs  in  eine  ligurische  Republik  umgewandelt,
ward  im  Mai  1805  Frankreich  einverleibt.  —  Der  Wiener  Congress
setzte  den  König  wieder  in  Piemont  ein,  vergrössert  durch  die  Republik
Genua  und  die  benachbarten  kaiserlichen  Lehen  ;  der  zweite  Pariser
Friede  gab  ihm  auch  den  anfangs  vorenthaltenen  Theil  von  Savoyen  wieder. ­
  (1810  schätzte  man  die  Bevölkerung  auf  3’700,()00,  1838  auf
4'050,100  ;  die  Aufnahme  von  1848  ergab  4’910,004,  die  von  1857
5’107,542.)  —  Das  Jahr  1848  schien  die  sardinische  Königsherrschaft
über  ganz  Oberitalien  auszubreiten:  die  I.ombardei,  Venedig,  Parma
und  Modena  erklärten,  sich  mit  dem  sardinisphen  zu  einem  subalpinischen
  Reiche  zu  vereinigen,  das  11  Mill.  Menschen  umfasst  hätte  ;  die
Niederlagen  Karl  Albert’s  bei  Custoza  und  Novara  führten  zum  alten
Teritorialzustande.  (Mailänder  Friede  vom  0.  Aug.  1840.)
Vurma.  Der  Herzog  erkaufte  1700  vgm  Gen.  Bonaparte  den  Frieden.  Der
Erbprinz  ward  1805  gegen  Erhebung  zum  »Könige  von  Hetrurien  zur  Verzichtleistung ­
  bewogen,  worauf  Napoleon  das  I,and  (grösstentheils  als  Depart,  des
Taro)  mit  Frankreich  vereinigte.  Ein  Vertrag  der  Grossmächte  vom  10.  April
1814  überliess  Parma  der  zweiten  Gemahlin  Napoleon’s,  Marie  Louise,  doch
ohne  Erbfolgerecht.  Nach  ihrem  Ableben,  1847,  kam  der  kleine  Staat  an  die
frühere  Herzogsfamilie  zurück,  der  man  von  1815  bis  dahin  T.ucca  —  die  vormalige ­
  Republik  —  hingegeben  hatte.
Modena.  Trotz  eines  vom  Gen.  Bonaparte  erkauften  Friedens,  ward  der
Herzog  1700  durch  Aufstand  vertrieben  und  das  T.and  mit  der  cispadanischen,
dann  der  cisalpinischen  Republik  —  dem  spätem  Königreiche  Italien  —  vereinigt. ­
  1814  Restauration.
Toscana.  Der  Grossherzog  (vom  österr.  Fürstenhause)  erkaufte  1705  von
Frankreich  den  Frieden,  trat  aner  1801  seine  Ansprüche  auf  Toscana  an  diesen
Staat  ab  gegen  Salzburg,  s])äter  Würzburg.  Napoleon  verwandelte  Toscana  in
ein  »Königreich  Hetrurien«,  dem  er  anfangs  den  Erbprinzen  von  Parma  als
Herrscher  octroy  irte,  bis  er  das  Land,  üct.  1807,  Frankreich  einverleibte  die  3
Deparlemente  des  Arno,  Ombrone  und  Mittelmeers)  ;  des  Kaisers  Schwester,
Elise  (Gemahlin  des  zu  einem  Fürsten  von  Piombino  erhobenen  Bacciochi;,  war
Generalgouverneurin,  mit  dem  Titel  einer  Grossherzogin.—  1814  Restauration.
Neapel  und  ¡Sicilien.  Im  Januar  1700,  nach  dem  Einrücken  der  franz.  Truppen ­
  in  Neapel,  ward  die  Itepubblica  Vartenopea  proclamirt  ,  im  Juni  aber  mit
Waffengewalt  vernichtet.  Am  27.  Dec.  1^05  erging  Napoleon’s  Tagesbefehl  ans
Schonbrunn  :  »Das  Bourbonisebe  Haus  von  Neapel  hat  aufgehört  zu  regieren«.
Erst  ernannte  der  Kaiser  seinen  Bruder  Joseph,  dann,  Juli  180S,  seinen  Schwager ­
  Murat  (Joachim  1.)  zum  Könige  von  Neapel.  Auf  Sicilien  behauptete  sich
das  Bourbonische  Herrscherhaus  mit  Hülfe  der  Engländer.  Ende  1S13  schloss
sich  Murat  den  Allirten  an  ;  dann,  als  Napoleon  von  Elba  nach  Frankreich  zurückgekehrt ­
  war,  suchte  er  sich  ein  grösseres  Reich  zu  erobern,  ward  aber  von
den  üesterreichern  geschlagen.  Schon  im  Mai  1815  fand  die  Wiedereinsetzung
der  Bourbonen  statt.  Da  der  Wiener  Congress  von  einem  Könige  »beider  Sicilien« ­
  geredet,  so  benützte  dies  die  Regierung,  Dec.  1810,  um  die  zwei,  nach
Verfassung,  Verwaltung  und  Finanzwesen  früher  immer  getrennten  Reiche  in
einen  absolut  regierten  Einheitsstaat  umzuwandeln.
Die  Vereinigung  aller  dieser  Staaten  zu  einem  »Königreiche  Italien« ­
  begann  1850.  Durch  den  Friedensvertrag  von  Zürich,  10.  Nov.  1S50,
musste  Oesterreich  den  grössten  Theil  der  Lombardei  abtreten,  welches  Land
nun  von  Napoleon  III.  dem  Könige  von  Sardinien  überlassen  ward.  Volkserhebungen ­
  in  den  übrigen  Landschaften  führten  nun  zu  folgenden  Annexionen  :
der  Emilia  (Parma,  Modena  und  Romagna),  unterm  18.  März  1800;  Toscana’s
unterm  22.  März  ;  der  Marken,  Umbrien’s  und  des  Königreichs  beider  Sicilien
unterm  17.  Dec.  nemlichen  Jahres.  Allerdings  musste  der  König  (Vertrag  vom
24.  März  1800)  sein  Stammland  Savoyen  und  überdies  Nizza  an  Frankreich  abtreten. ­
  Annahme  des  Titels:  »Königreich  Italien«  den  17.  März  1801.
            
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