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führten Beispiel sahen wir indes, daß es nicht in allen Fällen notwendig
ist, eine unbegrenzt fortgesetzte Altersgliederung vorzunehmen, und
analog wollen wir im folgenden, wo übrigens gerade zu untersuchen
ist, wie sich die Abhängigkeit der Sterblichkeit vom Alter bestimmen
läßt, nicht die Zeit t als eine kontinuierliche Ursache berücksichtigen,
sondern, wie es im allgemeinen geschieht, uns die im Laufe der
Zeit eintretenden Veränderungen in der Sterblichkeit allein durch
die Bewegungen in der für Perioden (Jahre, Jahrfünfte, Jahrzehnte
usw.) von endlicher Größe berechneten mittleren Sterblichkeit
ausgedrückt denken.
Als Beispiel einer kontinuierlichen Ursache könnte noch an-
geführt werden, daß bei denjenigen Versicherungsformen, welche vor
der Annahme ärztliche Untersuchung verlangen, der von der Ver-
sicherung übernommene Bestand infolge der bei der ärztlichen Unter-
suchung getroffenen Auswahl in einer Reihe von Jahren nach der
Aufnahme eine in der Regel erheblich geringere Sterblichkeit auf-
weisen wird als der ohne eine solche Auswahl angenommene Ver-
sicherungsbestand (vgl. $ 49); es könnte daher bei der Untersuchung
der Sterblichkeit unter Lebensversicherten diese auch als eine Funktion
der Versicherungszeit bestimmt werden, worauf wir im übrigen an
dieser Stelle nicht näher eingehen.
291. Indem wir uns nach obigen Ausführungen im folgenden
darauf beschränken, die Abhängigkeit der Sterblichkeit vom Alter zu
betrachten, können wir zu dem im $ 287 behandelten Beispiel zu-
rückkehren. Obgleich die Sterblichkeit auf den verschiedenen Alters-
stufen in Gruppe E größer als in Gruppe G war, wurde die
summarische Sterblichkeit für Gruppe G größer als für Gruppe E,
weil sich erstere aus verhältnismäßig mehr älteren Personen zu-
sammensetzte als die zweite Gruppe. Will man die Ursachen dieser
verschiedenen Altersgliederung näher untersuchen, so ist hinsichtlich
des benutzten Beispiels speziell zu betonen, daß der Zugang zur
Gruppe der Eisenbahner in der Regel im jüngeren Alter erfolgt als
der zur Gruppe der Geistlichen; hinzu kommt indes, was im all-
gemeinen auch über die besonderen Verhältnisse des Beispiels hinaus
im allgemeinen Gültigkeit hat, daß, wenn die Sterblichkeit in Gruppe
G auf sämtlichen Altersstufen kleiner als in Gruppe E ist, schon
aus dem Grunde erwartet werden kann, daß die erste Gruppe schließlich
aus relativ mehr älteren Individuen bestehen muß als die zweite.
Man wird hierbei vor die wichtige Frage gestellt, welchen
Einfluß die Sterblichkeit aufdie Altersgliederung hat.