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Wie groß auch später das Geschrei der Bevölkerung von
Troy über die unbarmherzigen Erpressungen der New
York-Central-Eisenbahn sein mochte, Sage wurde jetzt
noch mehr als „hervorragender Bürger“ ausposaunt als
je zuvor, als ein Bürger von außerordentlichem Verdienst,
von Solidität und Ansehen. Die ruhmreiche und patrio-
tische Beschäftigung als politischer Geschäftsmann mit ih-
rem Bereich günstiger Gelegenheiten hatte sich als sehr
sinträglich erwiesen. Doch Sage überlegte, daß die Haupt-
stadt des Landes noch bessere Aussichten biete. Dem-
zemäß ließ ihn die bestechliche politische Clique von Troy,
deren Führer er war, in den Kongreß wählen; dort über-
nahm er im Dezember 1853 seinen Sitz und wurde im Jahre
1854 wiedergewählt.
Das war die Periode, in der Gesetze über Gesetze erlassen
wurden, die den Eisenbahngesellschaften entweder öffent-
lich oder auf Umwegen Geld und Land zuerkannten und
anderen Gesellschaften und einzelnen Kapitalisten verderb-
liche Machtbefugnisse und Vorrechte der verschiedensten
Art erteilten. In dem einen Jahre 1856, ganz abgesehen
von anderen Jahren, erließ der Kongreß wenigstens dreißig
Bisenbahn- und Landbewilligungsgesetze zum Nutzen eben-
sovieler verschiedener Eisenbahngesellschaften — Gesetze,
durch welche diese Eisenbahngesellschaften in den Besitz
von über 10 Millionen Morgen öffentlichen Landes kamen.
Die zur Durchbringung dieser Gesetze angewandten Be-
stechungen bildeten eine der größten Skandalaffären der Zeit
and führten zur Einsetzung zahlreicher Kongreß- und Staats-
antersuchungskommissionen. Es gab wenige Mitglieder des
Kongresses und der gesetzgebenden Körperschaften — das
zeigte sich überreichlich —, die nicht, sei es in Geld oder in
Aktien oder Hypotheken, Bestechungen annahmen.
Wenn Sage sich im Kongreß auch kaum bemerkbar
machte und eine ziemlich vollständige Null im öffentlichen
Leben war, so trat er doch in um so wirksameren und enge-
ren Zusammenhang mit vielen der erwähnten reichen Eisen-
Troy-Geschäft von F. W. Powell mit dem Titel: „Two Experiments in Public
Ownership of Steam Railroads‘‘, erschien in den „Quarterly Journal of Econo-
mics‘‘ in der Ausgabe vom November 1908,