60 III Umsturz d Ordnung durch die Soc.-Temokratie.
Der „Bolksstaat" schreibt (1875, 14):
„Armuth, Verbrechen, Unwissenheit, Krankheit — dies
»haben wir so oft hervorgehoben — sind nothwendige Früchte
„der herrschenden Gesellschaftsordnung, nicht nothwendig
„an sich, aber nothwendig, so lange diese Gesellschaftsord-
»nung dauert. Die ungleiche Verthcilung der Güter, der
„Arbeitsprodukte, das ist die Quelle des Uebels, die Pan-
„dorabüchsc, der diese Viereinigkeit des Elends entfliegt."
Der „N. Soc.-Demokrat" (1874, 21) philosophât über
die Ursache der Verbrechen:
Das Verbrechertum hat seinen Ursprung in der so-
„cialen Unordnung, welche bislang bestanden hat und noch
„immer besteht."
»Diesen Satz halten wir trotz aller gegentheiligen Be-
„hauptungen, welche das Verbrechen in den individuellen
„Anlagen der Menschen vorzugsweise zu finden glauben,
„vollständig aufrecht, um so mehr, da die fortwährenden
„Vorkoinninisse int bürgerlichen Veben unsere Ansicht be*
„stätigen."
»Die Herren Staatsanwälte haben die Ansicht, daß man
„die einzelnen Individuen durch Strafen verbessern müsse,
»um dadurch die Gesellschaft zu bessern, während wir
„meinen, daß durch die Verbesserung der gesellschaftlichen Zu-
„stände das einzelne Individuum mit gebessert würde."
Die Apologie der Verbrechen ans Kosten unserer heutigen
Gesellschaftsordnung kehrt immer und immer wieder. Auch
für die Zunahme der Laster wird die Gesellschaft ausschließ
lich verantwortlich gemacht. Der „N. Social-Demokrat"
(1873, 128) beginnt seinen Leitartikel mit den Worten:
„Wir haben schon oft warnend darauf hingewiesen, daß
„in der heutigen Gesellschaft das Volksleben von Grund ans
„zu verderben droht. Während die ungeheure Ansammlung