fullscreen : Die Bodenreform im Lichte des humanistischen Sozialismus

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Die  Wohnungsfrage.

Hände  von  Wohnungsvermietern,  Bauunternehmern  und
Hausbesitzern  gelegt  ist.  Sie  fordert  daher,  daß  in  das
Kuratorium  der  Adersstiftung  auch  Bürger  aus  denjenigen
Kreisen  berufen  werden,  für  welche  die  Stiftung  bestimmt  ist.“
Der  folgende  Redner,  Herr  Redakteur  Stoffers,  beschäftigte
sich  ebenfalls  eingehend  mit  jenem  reaktionären  Geiste.  Insbesondere ­
  beleuchtete  er  die  Ausführungen  des  Herrn  Justizrat
H.  über  das  „adlige“  Haus  und  über  die  Begriffe  „angemessene“
und  „angenehme“  Wohnungen  unter  dem  Beifall  der  Versammelten. ­
  Den  sachlichen  Darlegungen  des  Herrn  Stadtv.
E.,  welcher  bekanntlich  verlangt  hatte,  daß  überhaupt  der
größte  Teil  der  Stiftung  im  alten  Stadtteile  verbleiben  sollte,
weil  dort  die  Wohnungsverhältnisse  am  erbärmlichsten  seien,
begegnete  dieser  Redner  mit  dem  Nachweise,  daß,  wenn  man
die  ganze  Stiftung  in  der  alten  Stadt  beließe,  man  zur  Besserung
der  Wohnungsverhältnisse  auch  nicht  das  geringste  beitragen
würde.  Das  Haus  an  der  Ratingerstraße  solle  nach  dem  Umbau ­
  88  000  Mk.  kosten:  selbst  wenn  man  zehn  solcher  Häuser
erstünde  ,  würden  diese  zehn  Häuser  auf  die  Mietpreise  und
sanitären  Verhältnisse  auch  selbst  in  ganz  geringem  Maße
günstig  einzuwirken  nicht  in  der  Lage  sein,  während  mit  den
Kosten  für  diese  Häuser  die  ganze  Stiftung  beinahe  verplempert
wäre.  Dahingegen  ließen  sich  an  der  Peripherie  der  Stadt
bei  rationeller  Wirtschaft  einige  Hundert  Einfamilienhäuser
errichten,  und  diese  würden  sehr  bald  auf  die  Besitzer  der
alten  Häuser  in  der  Weise  einwirken,  daß  sie  gezwungen
würden,  ihren  Mietern  verbesserte  und  billigere  Wohnungen
zu  bieten,  wenn  sie  dieselben  nicht  verlieren  wollten.  Nicht
die  Adersstiftung  habe  die  Aufgabe,  jene  schändlichen  Spelunken
abzureißen  und  menschenwürdige  Wohnungen  an  ihre  Stelle
zu  setzen,  sondern  es  sei  Pflicht  derjenigen,  die  so  lange
Jahre  die  hohen  Mieten  aus  denselben  gezogen  hätten,  das
zu  tun.  Den  Schluß  bildete  die  schlichte  Rede  eines  Arbeiters,
von  der  wir  wünschten,  daß  sowohl  Herr  Dr.  B.  mit  seiner
Zweizimmertheorie  als  auch  das  gesamte  Stadtverordnetenkollegium ­
  sie  gehört  hätten.  Er  sagte,  daß  er  für  48  Taler  auf  zwei
Speicherzimmern  wohnen  müsse,  daß  es  ihm  aber  unmöglich
sei,  schon  bei  einer  Pamilie  von  zwei  Kindern  diesen  in  einer
solchen  Wohnung  eine  christlich-sittliche  Erziehung  zu  geben,
wie  er  sie  von  seinen  Eltern  überkommen.  Er  danke  daher
den  Gewerkvereinen,  daß  sie  diese  Frage  so  energisch  in  die
Hand  genommen.  Hierauf  wurde  die  Resolution  des  Herrn
Hartmann  unter  lebhaftem  Bravo  einstimmig  angenommen.
Aber  kann  es  bei  einer  solchen  Behandlung  der  Frage
■wundernehmen,  wenn  unsere  Arbeiter  das  Vertrauen  zu
solchen  Hilfeleistungen  verlieren,  daß  sie  tiefer  Grimm  er ­
            
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