Full text : Inflation und Geldentwertung

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Finanzielle  Maßnahmen  zum  Abbau  der  Preise.

schäften  verschwinden.  Damit  wäre  —  immer  unter  der  Voraussetzung, ­
  daß  die  Wiederflüssigmachung  der  Kriegsanleihen  nur
aus  vorhandenem  Kapital  erfolgen  würde  —  eine  große  Gefahr
für  die  Preise  beseitigt;  denn  die  Schatzanweisungen  streben  nach
Rückverwandlung  in  Geld,  in  Noten,  wenn  die  dagegenstehenden
Depositen  zur  Abhebung  gelangen.
Bei  einem  in  das  freie  Ermessen  der  Einzelwirtschaften  gestellten ­
  Umtausch  der  kurzfristigen  Schatzanweisungen  in  langfristige
Anleihen  werden  jedoch  —  was  unter  Umständen  durchaus  zu
billigen  ist  —  vorher  jene  Beträge  abgezweigt,  die  zum  Ankauf  von
Lebensmitteln  und  Gebrauchsgegenständen  oder  von  Rohstoffen
und  Produktionsanlagen  bestimmt  sind.  Mit  der  einfachen  Forderung, ­
  daß  in  erster  Linie  die  schwebenden  Schulden  der  öffentlichen ­
  Körperschaften  in  feste  Anleihen  umzuwandeln  sind,  um
auf  diese  Weise  von  der  finanziellen  Seite  her  auf  die  Ermäßigung
der  Preise  einzuwirken,  ist  es  also  nicht  allein  getan;  auf  die  Menge
der  festzulegenden  Kaufkraft  im  Verhältnis  zum  Gesamtbesitz  der
Einzelwirtschaften  und  ihrer  beabsichtigten  Verwendung  kommt
es  an.
3.  So  bleibt  nur  —  ist  zu  folgern  —  der  Zwang  übrig,  wenn
man  der  aufgeblähten  Kaufkraft,  die  auf  die  Steigerung  der  Preise
binwirkt,  zu  Leibe  gehen  will.  In  der  Tat  ist  allein  auf  diesem
Wege  eine  wirkliche  Unschädlichmachung  der  Inflation  und  ihrer
ungünstigen  Wirkung  auf  die  Preise  möglich.  Eine  Zwangsanleihe
würde  die  Kaufkraft  so  lange  festlegen  können,  bis  andere  Verhältnisse ­
  am  Gütermarkt  ihre  Freilassung  rechtfertigen.  Nun
haben  Zwangsanleihen  von  früher  her  einen  schlechten  Ruf,  der
in  der  Hauptsache  daher  rührt,  daß  ihre  Veranlagung  äußerst  roh,
meist  in  der  Zeit  der  Not  plötzlich  und  willkürlich  vor  sich  gegangen
ist.  Diesen  Ungerechtigkeiten  kann  heute  die  Veranlagungstechnik
mit  Erfolg  aus  dem  Wege  gehen.  Es  ist  deshalb  kein  Zufall,  daß
während  des  Krieges,  besonders  in  England,  wiederholt  Stimmen
nach  Einführung  von  Zwangsanleihen  mit  dem  Hinweis  darauf
laut  geworden  sind,  daß  durch  sie  am  besten  die  überschüssige
Kaufkraft  festgelegt  werden  kann.  Und  dennoch  ist  dieses  Mittel
zur  Bekämpfung  der  Inflation  heute  nicht  anwendbar.
Wohl  wäre  es  eine  Leichtigkeit,  die  Leistungsfähigkeit  des  einzelnen ­
  Zensiten  nach  Maßgabe  seines  Vermögens  und  Einkommens
für  die  Übernahme  eines  bestimmten  Anteils  der  Zwangsanleihe
            
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