Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

PREUSSKN.  —  Finanzen  Budget).

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Die  Summen  vertheilen  sich  beiläufig  (mitunter  anders  als  im  Budget
classificirt)  so  :

Einnah
brutto
Domänen*)  .  .  42’(i  Mill.
1  )irecte  Steuern  .  27’8
Indirecte  Abgaben  (»9’5
Zusammen  -

en:
netto
17’4  Mill.  =  T8,1G  Proc.
26’(i  -  =  27,77  -
5PS  -  =  54^  -
95^  -  =T0(bÜÜ  -

Ausgaben:
Militär  (mit  Marine  und  ausserordentl.).  .  .  Thlr.  41'7ü7,7Uü  =  43,54  Proc.
Schulden  (einschl.  Passiva  der  Gen.-Staatscasse)  Ib'l99,21b  =  10,91  -
Diese  2  Posten  "'57’‘J06,910  =  00,45  -
Und  doch  war  die  Militär  -  Reorganisation  bei  Aufstellung  dieses  Etats
noch  nicht  vollendet.  —  Allerdings  ist  dabei  zu  bemerken,  dass  die
meisten  Einnahme-Positionen  zu  gering  angesetzt  sind.
Da  Preussen,  ungeachtet  seiner  verhältnissmässig  geringen  Bevölkerung, ­
  unter  den  ürossmächten  auftritt,  und  da  es  sich  überhaupt
als  Militärstaat  entwickelte,  so  war  eine  hohe  Besteuerung  der  Einwohner ­
  von  jeher  die  natürliche  Folge.  Die  Lasten  wurden  aber  namentlich ­
  in  der  Neuzeit  sehr  vermehrt.  Allerdings  können  die  Budgetziffern ­
  von  frühem  Jahren  nicht  unbedingt  entscheiden,  da  früher  nur
die  Nettobeträge  aufgeführt  waren,  statt  der  jetzigen  Brutto  summen.
Allein  es  tritt  dennoch  ein  gewaltiger  Unterschied  her\or,  wenn  wir
z.  B.  den  Finanzetat  vom  Jahre  1841  mit  dem  jetzigen  vergleichen.
Jener  schloss  ab  mit  57  677,194  Thlr.,  der  von  1864  mit  141%  Mill,
brutto  oder  161%  Mill,  netto.  Und  doch  kostete  damals  schon  das  Heer
24  60  1,208.  In  den  11  Jahren  1849  bis  Ende  I860  betrug  der  Aufwand ­
  für  Landmacht  451'97l,658,  Marine  16’00l,805,  zusammen
467’973,463  l'hlr.  Noch  1847  war  die  Nettoausgabe  nur  64  Mill.  —
Es  betrug  der  Aufwand,  ungerechnet  Nebenposten  :

für  Schuld
1850  7’522,000
1859  13'447,250
1800  15’285,20O
1801  I5'547,700

für  das  Heer  mit  Marine
27*030,002  Thlr.
33*488,503
40*380,332  (davon  5*730,271  für  Reorganisation)
42*475,032

Dabei  bemerkt  man  in  der  Repartition  der  Lasten  sehr  grosse  Ungleichheiten. ­
  Allerdings  hat  man  endlich  die  Grundsteuerbefreiung,  deren  die
Besitzer  von  20'780,1  76  Morgen  Landes  genossen,  im  J.  1861  aufgehoben ­
  erklärt,  allein  diese  Besteuerung  selbst  hat  erst  1865  begonnen,
und  was  bei  Beseitigung  einer  solchen  Steuerbefreiung  bis  heute  wol
nirgends  in  der  Welt  vorkam  —  nur  gegen  Entschädigung  a  der  bisherigen
  Berechtigten,  also  gegen  T^oskauf.  —  Dabei  kann  nicht  unl>emerkt
bleiben,  dass  der  Staat  das  verwerfliche  Institut  einer  (Classen-)  Lotterie
unterhält.  —  Die  Zahl  der  Civilbeamten,  1818  blos  27,775,  war  1856
auf  51,59  7  gestiegen  ;  darunter,  vor  der  letzten  grossen  Gehaltserhöhung  :

*)  Nach  der  Einleitung  des  Entwurfs  zum  Staatshaushaltsetat  für  1804  umfassen ­
  die  Domänen  in  der  engem  Bedeutung  (ungerechnet  die  Waldungen  etc.)
827  Vorwerke  in  500  Pachtungen  mit  einem  Nutzareale  von  1*150,055  Morgen
und  einem  Pachtertrage  von  2*100,388  Thlr.  =  nur  1,89  Thlr.  pr.  Morgen.
Kolb,  Statiitik.  4.  Aufl.  ^2
            
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