ALLGEMEINE UEBERSICHTEN. - Europa 1812.
465
300 Arbeitstagen) nicht unter 250 Mill. Thlr. (fast 1000 Mill. Fres.,
also einer Milliarde) zu veranschlagen sein.*)
Hieran reihen sich, als Folgen des stehenden Heerwesens: mas
senhafte heimliche Auswanderungen der kräftigsten jungen Männer,
Selbstverstümmelungen und eine gegen das natürliche Verhältniss oft so
gar verdoppelte Sterblichkeit der Einkasemirten.
Anhang. — Historische Notizen.
A. Statistische Uebersicht von Europa
vor der Zeit der ersten französischen Revolution (1780).
Staaten Q.-M.
Deutsches Reich .... 12,000
Oesterreich (übriges) . . 7,200
Preussen (übriges) . . . 1,400
Frankreich 9,500
Grossbritanien u. Irland . 5,800
Spanien 9,200
Portugal 1,800
Italien, 11 Staaten . . . 5,500
Verein. Niederlande, Republik 625
Schweiz 700
Dänemark (mit Norwegen) 7,800
Schweden 11,000
Polen, Republik**) . . . 10,500
Russland (in Europa, . . 75,000
Türkei 11,500
Gesammtsumme 170,000 Í67’ 655—680’Th. 4000—4500’ Th
B. Politische Statistik von Europa im Jahre 1812.
I. Das französische Kaiserreich und die von demselben
abhängigen Staaten.
A. Das französische Kaiserreich Selbst.
Dasselbe umfasste; Das heutige Frankreich, Belgien, Holland, Theile von
Deutschland (das ganze linke Rheinufer, Elb- u. Wesermündungen etc.), Theile
*) Vergl. die Schriften von Dr. Schulz-Bodmer (dem 1860 gestorbenen
theuren Freunde des Verf. gegenwärtigen Buches) : »MilitUrpolitik. Mit beson
derer Beziehung auf die Wulerstandskraft der Schveiz und den Kampf eines Mi-
l^zheeres gegen stehende Heere. Leij)zig 1855« und: »Die Bettung der Gesellschaft
aus den Gefahren der Militiirherrschafl. Leipzig Ferner die Broschüre :
*>Die Nachtheile des stehenden Heerwesens und die Nothwendigkeit der Ausbildung
eines l’^olkswehrsystems. Von G. F. Kolb. Vortrag, in Druck gegeben auf Ver
anlassen des volkswirthschaftlichen Vereins für Südwestdeutschland. Leipzig
1862. FörstneVsehe Buchhandlung.«
**) Zu Bolen gehörten damals noch: 1) Grosspolen (Marschau, Posen, Frau-
*tadt, Kalisch, Gnesen, Polozk etc.) ; 2) Kleinpolen Krakau, Czenstochau, I.u-
blin, Chelm, I.uck, Kaminieezk etc.) ; 3) das Grossfürstenth. Lithauen (Milna,
Grodno, Kowno, Brzesc, Minsk etc.) ; 4; Die freien Städte Danzig nnà Thorn
^it Gebiet; 5) Das Herzogthum Curland und Semgalleti. — Vor 1772 umfasste
Polen über 13,600 Q.-M. und 18—20 Mill. Menschen.
Kolb, Stati.tik. 4. Aufl.
Bevölk
(Mill.)
26%
9%
1%
25
12
10%
3
16%
2%
5‘(;
3
14
25
15
. Einkünfte
(Mill.)
60’ fl.
90—115’ fl.
22—30’ Thlr.
430’ livres.
13%’ £.
100’ Piaster.
18’ Thlr.
26’ -
40’ fl.
7’ Thlr.
9’ -
7’ -
70’ -
30’ -
Schulden
(Mill.)
100’ fl.
160—200’ fl.
(Schatz 60’ Th.
3700’ Livres.
240’ y.
130’ Piaster.
20’ Thlr.
50’ -
2000’ fl.
14’ Thlr.
40’ -
80’ -
keine
30