Full text : Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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514  ALLGEMEINE  VERHÁLTOISSE.  —  Sterblichkeit  beim  Militär.

rechnungen  Adolph  Wagners  ergeben,  dass  auf  je  100  Selbstmorde
männlicher  Civilpersonen,  im  Militär  kommen:
in  Sachsen  (1847—58)  177  Selbstmorde
-  M  ürttemberg  (1846—50)  ....  192
-  Frankreich  (1856—60)  .  253
-  Preussen  (1849)  293
-  Schweden  (1851—55)  423
-  Oesterreich  (1851—57)  .....  643!
Rmsische  Armee.  Hier  stieg  die  Mortalität  sogar  auf  38  vom  Tausend!
Dienst  im  toirklichen  Kriege  und  ausser  der  Heimath.  Wir  reden
nicht  von  den  Gefallenen.  Es  sei  nur  erwähnt,  dass  das  Ergebniss  besserer ­
  Verpflegung  im  Kriege  noch  mehr  hervortritt,  als  schon  im  Frieden. ­
  So  hatte,  nach  den  Angaben  des  den  Gesundheitsdienst  leitenden
engl.  General-Inspectors  Marshall,  die  britische  Armee  in  den  41  Monaten ­
  des  spanischen  Krieges,  abgesehen  von  den  Verwundungen,
durchschn.  auf  1000  Mann  118,0  Todesfälle,  wovon  aber  auf  je  1000
Officiere  nur  37  trafen.  (Dagegen  starben  an  Wunden  durchschn.  nur
42,4  Gemeine,  hinwieder  00  Officiere  auf  1000.)
Wir  haben  S.  100  gezeigt,  wie  gross  die  Sterblichkeit  der  franz.
Truppen  in  Algerien  ist  (über  100,000  Todte,  von  denen  nur  3400
an  Wunden  umkamen),  und  lassen  unten  (S.  510)  eine  Notiz  bezügl.
der  englischen  Colonien  folgen.  Zunächst  mögen  einige  Mittheilungen
aus  dem  Krimkriege  folgen.  Schon  am  2.  Oct.  1854  hatten  die  Briten
auf  34,042  Mann,  ausser  1539  an  der  Alma  Verwundeten,  5238  eigentl.
Kranke,  also  über  151  auf  1000,  ehe  noch  die  eigentlich  furchtbaren
Strapazen  begannen.  In  den  ersten  7  Monaten  des  Krimfeldzuges  betrug ­
  die  Sterblichkeit,  auf  das  ganze  Jahr  berechnet,  05%  blos  an
Krankheiten,  eine  Mortalität,  grösser  als  zur  Zeit  der  Pest  in  London,
und  grösser  als  sie  unter  den  Cholerakranken  ist.  Dank  der  freien
Presse  in  England,  musste  schleunigst  für  Abhülfe  gesorgt  werden,  und
nun  erprobte  sich  eine  gute  Verpflegung:  der  Zustand  der  britischen
Truppen  ward  besser  als  der  der  französischen.  Während  der  0  letzten
Kriegsmonate  zählte  man  unter  den  Kranken  des  Krimheeres  verhältnissmässig
  nicht  viel  mehr  Sterbfälle,  als  unter  den  (natürlich  im  Allgemeinen ­
  gesunden)  engl.  Garden  in  der  Heimath;  ja  in  den  letzten  5
Kriegsmonaten  starben  an  Krankheiten  von  der  Armee  im  Felde  nur
^/g  so  viel,  als  von  den  Truppen  zu  Hause.  Viele  der  Verbesserungen
wurden  später  beibehalten,  und  in  Folge  ihrer  ist  die  Sterblichkeit  der
engl.  Truppen  nun  so  vermindert,  dass  sie  1859  nur  noch  9  vom  1000
betrug,  statt  der  frühem  17,5  (Durchschnitt  v.  1837—40).  —  Im  Fiebrigen ­
  haben  die  parlamentarischen  Untersuchungen  noch  die  höchst
wichtige  Thatsache  festgestellt,  dass  der  Gesundheitszustand  derjenigen
Truppen  am  günstigsten  ist  ,  welche  der  gewöhnlichen  Beschäftigung
nicht  entfremdet  werden.  Dies  zeigte  sich  in  der  Heimath  bei  dem  Corps
der  Royal  Engeneers  (bekannter  unter  ihrer  früheren  Bezeichnung
von  Sappeurs  und  Mineurs)  ;  blos  ein  Wochentag  ist  den  eigentl.  Militärexercitien
  vollständig  gewidmet,  die  andern  Tage  nur  zur  Hälfte  ;
die  übrige  Zeit  wird  mit  gewöhnl.  Arbeit  zugebracht;  gleichwol  erwies
sich  das  Corps  als  militärisch  trefflich  geschult  und  dabei  als  vorzugs-
            
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