Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

Anhang. Zur Philosophie der Statistik. 
545 
verbessern, wol aber wird eine solche Verbesserung erzielt werden durch 
eine weitere Entwicklung der Intelligenz und eine damit in Verbindung 
stehende Verringerung des vorhandenen materiellen Elends. — 
Indem wir beitragen zur Verbesserung der menschlichen Zustände, 
folgen wir gerade einem durch die menschliche Natur in uns gelegten, 
durch die Verhältnisse in uns entwickelten, durch die auf uns einwirken 
den Umstände, gleichsam von der Geburt bis zum Tode, weiter drän 
genden Triebe. i.r v i 
Und was in dieser Beziehung geschieht, ist nicht vergeblich 1 
Man hebe das die Finanzen der Staaten wie den Gesundheitszu 
stand seiner kräftigsten männlichen Jugend untergrabende stehende 
Heerwesen auf, durch Einführung einer, die Vertheidigungskratt 
unendlich erhöhenden wirklichen Wehrhaftmachung der ganzen Nation, 
nach dem praktischen Vorbilde der Schweiz, so wird man selbstverständ 
lich auch die Selbstverstümmelungen in den Reihen unserer Jugend be 
seitigt haben, und es werden ebenso die in manchen Ländern furchtbar 
zahlreichen heimlichen Auswanderungen, um sich dem Jahre langen 
blosen Casernendienst zu entziehen, vollständig aufhören. Ebenso wird 
die damit verbundene Vergrösserung der Sterblichkeit von selbst hin 
wegfallen. — Beseitigt man so viele monströse Erschwerungen der An- 
sässigmachung und Verehelichung, so wird unzweifelhaft auch die enorme 
Zahl der unehelichen Geburten vermindert, und damit in physischer 
Beziehung das Sterblichkeitsverhältniss der Neugebomen verbessert in 
moralischer die wohlthätige Wirkung der Erziehung in einem geregelten 
Familienkreise erlangt werden. „ofiopTipt 
Die Ergebnisse der Statistik führen also zu der mit mathematischer 
Schärfe zu präcisirenden Erkenntniss, dass bei dieser oder jener Ein 
richtung das eine oder andere physische oder moralische Uebel vermin 
dert oder vermehrt wird. Sie leiten uns dahin, das Eine zu thun, das 
Andere zu vermeiden, wodurch wir die Menge der UnglücksfMR und 
Missstände verringern und günstigere Verhältnisse herbeiführen können. 
Die Zahl der Häuser, welche in einer grossen Stadt niederbrennt, wech 
selt in einer gegebenen grössern Periode nur wenig, 
die gleiche bleibt. Ersetzt man aber die Holz- durch Steinbauten, d 
strohbedach,mR durch Ziegeln oder Schiefer und führt zwischen den 
einzelnen Gebäuden Brandmauern auf, so werden die Veranlassungen zu 
Feuersbrünsten allerdings wiederkehren, aber mit weit geringerem r o ge 
und weit geringerer Verheerung. Man wird von ausgedehnten Brän en nur 
in viel grösseren Zwischenräumen hören; ganze Städte wer en (¡i^a e 
nie mehr vollständig abbrennen ; und dass die Assekuranzpr mie er- 
###=## 
auf die Unfälle einwirkendes Moment einem andern substit , 
lere Lebensdauer 49 Jahre (z. B. in den gesundesten Bezirken von 
K o 1 b SUtUtik. 4. Aufl.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.