Full text : Währung und Handel

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cent  beträgt,  und  die  blos  68  i\Ial,  oder  nach  je  157  Tagen
eine  Veränderung  vornahm.  Den  höchsten  Zinstuss  hat  die
österreichische  Nationalbank  mit  einer  Dscillationsgrenze  von
blos  2'¡2  Percent,  und  mit  14  maliger  ,  oder  je  einer
Zinsfussveränderung  nach  durchschnittlich  760  Tagen.  Im
Uebrigen  gibt  eine  Vergleichung  der  Zinssätze  in  ^  dieser
60jährigen  Epoche  kein  genaues  Bild  der  wirklichen  Zinsfussverhältnisse
  auf  dem  Geldmärkte,  insbesondere  tiii  Gesteiieich,
denn  vom  4.  April  1866  bis  zum  22.  September  1856  verharrte ­
  die  österreichische  Nationalbank  aut  dem  ganz  willkürlichen ­
  ,  künstlich  festgesetzten  Zinstüsse  von  4  Percent,  ohne
irgendwie  das  Bestreben  zu  zeigen,  sich  den  IMarktverhältnissen
  auch  nur  im  Geringsten  zu  accommodiren.  Es  ist  selbstverständlich ­
  ,  dass  sie  mit  diesem  ihrem  künstlichen  Zinssätze
den  landläuiigen  Zinstuss  nicht  beherrschen  konnte.  J)ieser
war  für  Papiere  erster  Kategorie  häufig  massiger  als  der
ihrige,  zeitweilig  aber  auch  doppelt  so  hoch;  der  Bankzinsluss
war  lediglich  für  gewisse  ])rivilegirte  Personen  bestimmt,  die
um  diesen  Preis  Geld  an  den  Bankcassen  erhalten  konnten,  um
es  dann  den  Marktverhältnissen  entsprechend  vertheuert  weiter
zu  geben.  Unter  Berücksichtigung  dieses  Umstandes  hat  nun
der  Generalsecretär  v.  Lucam  in  seinem  oben  citirten  Buche
die  nachfolgende  Tabelle  (s.  Seite  105)  über  die  Veiändei  ungen
des  Zinssatzes  tür  die  Zeit  vom  1.  «laniiar  1863  bis  61.  December ­
  1875  zusammengestellt.
Es  zeigt  sich  im  grossen  Ganzen  auch  hier  die  nämliche
Erscheinung.  Den  massigsten  Zinssatz  hat  die  Hank  von  England ­
  mit  einer  Oseillationsgrenze  von  8  Percent;  ihr  tolgt
die  Bank  von  Frankreich  mit  einer  Oseillationsgrenze  von
5V2  Percent,  sodann  kommt  die  preussische  Bank  mit  einer
Oseillationsgrenze  von  5  Percent  und  den  Reigen  beschliesst
wieder  die  österreichische  Nationalbank  mit  einer  Oscillationsgrenze
  von  2^'%  Percent.
Es  scheint  im  Uebrigen,  dass  die  österreichische  Nationalbank ­
  die  ihr  durch  die  Uneinlöslichkeit  ihrer  Noten  gegebene
Macht,  sich  von  den  reellen  Marktverhältnissen  zu  emancipiren,
nicht  blos  dazu  benützte,  um  den  Zinsfuss  stabil  zu  erhalten,
sondern  thatsächlich  auch  dazu,  um  mit  demselben  willkürlich ­
  unter  jene  Grenze  hinabzugehen,  welche  durch  die-
            
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