Full text : Währung und Handel

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liernd  der  Betrag,  um  welclien  die  österreicliische  Staatsöcluild
seit  dem  dahre  1848  gewachsen  ist,  wohlverstanden,  wenn
man  die  schwebende  Schuld  und  die  (Irundentlastungsschulden
mit  in  Rechnung  zieht.  Man  kann  also  die  gesammte  inzwischen ­
  eingetretene  riesige  Verschuldung  des  österreichischen
Staatswesens  füglich  auf  Rechnung  jener  Finanzweisheit  setzen,
die,  um  Zinsen  zu  ersparen,  den  gesammten  Volks-  und  Staatshaushalt ­
  in  die  heilloseste  Verwirrung  stürzte.  ’)  Und  dabei
sind  blos  die  directen  ‘fiscalischen  Wirkungen  der  Valutazerrüttnng
  in’s  Auge  gefasst.  Wenn  man  bedenkt,  um  wie  viel
rascher  der  österreichische  National  Wohlstand  gestiegen  wäre,
wenn  ihm  während  der  letzten  28  Jahre  jene  andauernde
Erschwerung  der  Production,  Behinderung  der  Capitals-Ansammlung
  und  Verschlechterung  der  auswärtigen  Handelsbeziehungen
  erspart  geblieben  wären,  die  alle  im  (refolge  dei
Zettelwirthschaft  gingen  ;  wenn  man  die  Rückwirkung  der
volkswirthscliaftlichen  Zustände  auf  die  StaatsÜnauzen  nicht
aus  dem  Auge  lässt  :  so  gelangt  man  zu  dem  Schlüsse,  dass
dieses  Reich  ohne  Zweifel  bei  sonst  gleichbleibenden  Verhältnissen ­
  zu  de  linanziell  blühendsten  Eu  ropa's  gehören  müsste  ;
dass  es  keine  Finanzdeiicite  gekannt  und  niemals  ^  zu
einer  Zinsen  reduction  hätte  schreiten  müssen,  wenn  es  nicht
mit  dem  Fluche  der  Zettelwirthschaft  behaftet  gewesen  wäre.

.)  Wem  dies  übertrieben  erscheinen  sollte  ,  der  lese  die  Ansicht  Tooke's
Uber  die  FoIrcu  der  en^Hsebeu  Zettelwirthschalt  zu  UeRinii  dieses  Jahrhunderls.
Prince'Smith  iiusserte  sieh  auf  dem  siebenten  ColiRresse  deutscher  Volkswirt  he
folgendermassen  über  dieses  Thema:  „Während  etwa  15  Jahren  schloss  man
alle  Geschäfte,.  Schuldverträge,  Pachtcontracte  nach  I'lunden  nicht  zu
sondern  zu  bis  einer  Unze  Goldes.  Die  britische  Regierung  borgte
etwa  51X1  Millionen  solcher  leichten  Pfunde.  Nach  beendigtem  Kriege  nun
sollte  die  Einlösbarkeit  der  Noten  wieder  hergestellt  und  für  dieselben  wieder
auf  Verlangen  Gold  gegeben  werden  ....  Die  geborgten  leichten  Pfunde
der  Staatsschuld  wurden  dadurch  in  schwere  Pfunde  verwandelt  ;  —  und  die
Moral  von  der  Geschichte  ist,  dass  die  britische  Regierung  etwa  140  Millionen
Pfund  einbüssen  musste,  weil  sic  einige  ^0  Jahre  früher  sich  nicht  eiitschliesson
konnte  mit  einem  kleinen  Opfer  ihre  Schuld  von  11  Millionen  an  die  Rank
zu  zahlen,  und  um  jeden  Preis  die  Einlösbarkeit  der  Ranknoten  aufrecht  zu
erhalten.“  Es  hat  also  auch  der  englische  Staat  lediglich  an  seiner  Staatsschuld
ungefähr  das  Zehnfache  dessen  durch  die  Valutamisère  eingcbüsst,  was  ursprünglich ­
  durch  die  Zettelausgabe  erspart  wurde.
            
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