Full text : Währung und Handel

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für  (lie  unedlen  Metalle  versuclit.  So  bestand  in  Schweden  eine
Zeit  lang  Doppelwährung  für  Kupfer  und  Silber.  In  der  Kegel
aber  ist  unter  vielfacher  Währung  doch  nur  die  Doppelwährung
für  Gold  und  Silber  zu  verstehen.  In  den  Staaten,  wo  diese
besteht,  werden  die  kleinen  Münzen  aus  unedlem  IMetalle  nui
als  Zeichengeld  ausgeprägt,  dessen  Courswerth  nicht  aut  der
Fiction  eines  festen  Werthverhältnisses,  sondern  lediglich  auf
der  gesetzlich  geregelten  Thatsache  beruht,  dass  sie  in  beschränkter ­
  Zahl  von  Jedermann  angenommen  werden.
Bei  der  gemischten  Währung  ist  Gold  und  Silber  tür
sich  allein  das  ausschliessliche  Münzmetall  und  es  werden  daneben
noch  aus  anderen  ]\Ietallen  Geldstücke  von  doppelter  Art  geprägt, ­
  und  zwar  Zeichengeld  für  den  kleinen  Verkehr,  dessen
Werth  blos  auf  der  Kläglichkeit  seiner  Umwechslung  gegen
Währungsgeld  beruht,  und  Handelsmünzen  aus  dem  für  die
Währung  nicht  acceptirten  anderen  Edelmetalle,  deren  Werth
ein  schwankender  ist  und  lediglich  von  den  Klarktverhältnissen  •
abhängt.  Es  steht  dem  selbstverständlich  nicht  gegenüber,
dass  einerseits  auch  Zeichengeld  aus  dem  Währungsmetall
selbst  geschlagen  wird,  welches  dann  eben  unterwerthig  auszuj)rägen
  ist,  und  dass  andererseits  die  Ausprägung  von  Handelsmünzen ­
  gänzlich  unterbleibt.  Je  nachdem  das  Währungsmetall ­
  Gold  oder  Silber  ist,  nennt  man  diese  gemischte  Währung
gemeinhin  Gold-  oder  Silberwährung.  Und  ebenso  wie  bei  der
Herrschaft  der  Silberwährung  Hanilelsmünzen  aus  Gold  und
Scheidemünzen  aus  Silber  geschlagen  werden,  könnten  auch
in  den  Ländern  der  G(ddwälirung  Handelsmünzen  aus  Silber
und  Zeichenmünzen  aus  Gold  geprägt  werden.  Letzteres  geschielit
  aber  thatsächlich  niemals,  und  zwar  aus  dem  Grunde,
weil  das  Bedürfniss  nach  beiden  fehlt.
Bevor  die  Frage  nach  dem  relativ  besten  Klünzsysteme
an  der  Hand  der  theoretischen  und  praktischen  Gründe,  die
für  die  eine  oder  die  andere  Ansicht  geltend  gemacht  weiden,
untersucht  wird,  dürfte  es  von  Vortheil  sein,  einen  geschichtlichen ­
  Rückblick  zu  werfen  auf  die  Wandlungen,  die  sich  von
der  ältesten  Zeit  bis  zur  Gegenwart  im  Werth  Verhältnisse
und  in  der  Geldfunction  der  beiden  Edelmetalle  vollzogen
haben.
Ini  Alterthiime  war  fast  allenthalben  das  Silber  das
            
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