Full text: Währung und Handel

246 — 
kannte die Notliwendigkeit, von der Doppelwährung ahzugehen, 
und im Jahre 1847 wurde nach hartem Kampfe zwischen den 
Anhängern der Gold- und Silberwährung von der Kammer mit 
2 Stimmen Majorität die letztere aceeptirt. Mit der Frage 
der nachträglich eingetretenen weitergehenden Entwerthiing 
des Goldes hatte diese Münzmassregel nichts zu tlmn, jeden 
falls aber ist es ein Irrthum, wenn, wie es häutig geschieht, 
behauptet wird, Holland wäre damals von der Goldwährung 
zur Silberwährung übergegangen. Es wurde ganz einfach die 
Doppelwährung mit der einheitlichen Währung vertauscht, 
und dass man als Basis der letzteren damals das Silber wählte, 
wurde hauptsächlich damit begründet, dass bei den Schwan 
kungen der Werthrelation der beiden Edelmetalle der Silber 
preis denn doch das bleibendere sei, u. z. aus dem Grunde, weil 
der Silbervorrath der Welt grösser sei, als der Goldvorrath. 
Es hat sich dies inzwischen geändert und die Niederlande ent 
schlossen sich, als die Scliwankungen des Silberpreises stets 
grössere Dimensionen annahmen, im Jahre 1875 zum Ueber- 
' gange von der Silber- zur Goldwährung. Der Verlust der 
niederländischen Staatseasse bei Durchführung der im Jahre 1850 
abgeschlossenen Münzveränderung betrug 1,0(51.125 il. (nicht 
wie irrthümlich gar häutig behauptet wird 10 Millionen 
Gulden); der Verlust bei der nunmehr beschlossenen Münz 
Veränderung wird jedenfalls viel grösser sein , denn die idenge 
der jetzt einzulösenden Münzen ist grösser als jene rund 
50 Millionen Gulden, die vor einem Viei'tcljahrhundert an den 
Staaf^cassen präsentirt wurden, und auch der Fei centsatz 
des Verlustes wird namhaft höher auslallen. 
ln Deutschland beschäftigte man sich schon seit dem Jabi-e 
1850 sehr ernsthaft mit der Münzreform. Die Bestrebungen waren 
jedoch vorläutig in erster Linie darauf gerichtet, die nach 
verschiedenartigem Münzfusse ausgeprägten Silbercourant 
stücke der einzelnen Staaten auf einheitliches System zurück 
zuführen. Der Gedanke eines Ueberganges zur Goldwährung 
wurde für Deutschland zuerst von Oesterreich angeregt, u. z. 
auf der im November 1854 in Wien zusammengetretenen 
idünzconferenz , an welcher Bevollmächtigte Oesterreichs, 
Preussens, Baierns, Hannovers und Frankfurts thcilnahmen. 
Die österreichischen Bevollmächtigten schlugen eine Münz-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.