Full text: Währung und Handel

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minderwerthigen auf den normalen Tausehwerfh augenblicklich 
ei nt reten. 
Das teleologische Argument, dass die Dop]»elWährung 
schon deshalb die beste Währung sei, weil die Natur, indem 
sie (xold und Silber zugleich schuf, die Menschen auch auf 
den (gebrauch beider Metalle angewiesen habe, ist vollends 
merkwürdig. Als ob die Natur nicht auch Eisen , Blei und 
Zinn geschaffen hätte, und als ob man nicht kraft derselben 
Argumentation schliesslich auch dahin gelangen müsste , alle 
Naturproducte als Geldstoffe zu empfehlen ! Oder soll sich 
etwa diese teleidogische Schlussfolgerung blos auf Edelmetalle 
beziehen? Ja, was sind eigentlich nach C.’s Auffassung Edel 
metalle? J)er hohe Werth des Goldes und Silbers, das ent. 
scheidende Kriterium in den Augen anderer Leute, kann von 
ihm nicht benützt werden, denn nach seiner Ansicht ist ja 
dieser Werth erst nachträglic h durch den Gesetzgeber geschaffen. 
M ill er blos die grössere Unzerstörbarkeit und Schwere wie 
den höheren Glanz als das Entscheidende ansehen , so müsste 
er wieder a' priori dem (irolde grössere Eignung zu Geld 
zwecken beilegen, was seinem System schnurstracks zuwider 
läuft. I nd tür alle källe kann das Platina aus der Reihe 
der Edelmetalle nicht gestrichen werden. Aluminium wird 
auch demselben zuzuzählen sein, und möglicherweise bescheert 
uns die Chemie demnächst ein viertes und fünftes Edelmetall. 
Um also im Sinne (Vs den (geboten der Natur zu folgen, 
müssten wir keine Doppelwährung, sondern jedenfalls eine 
dreifache , unter Umständen eine vierfache oder fünffache 
Währung empfehlen. :\lan sieht, zu wehdien Absurditäten es 
führt, wenn man eine widersinnige Künstelei durih die Beru 
fung auf Naturgesetze stützen will. Die Natur mai ht durch 
aus keinen essentiellen 1 nterschied zwisi hen den Edelmetallen 
und beli(d)ig anderen durch Arbeit zu erzeugenden Gütern, 
und in der 1 hat hat die menschliche tdesellschaft nach ein 
ander sehr verschiedene Naturproducte zu Geldzwecken ver 
wendet. Das Electron Cern lisch is aber ist kein Natur-. 
Sondern ein Kunstproduct, ja in ahrheit das Product einer 
irregeleiteten Phantasie. 
Ein weiterer Vorwurf, den nicht blos (’., sondern auch 
andere Doppelwährungsmänner den von ihnen sogenannten
	        
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