Full text : Die Social-Demokratie

108  IV.  Die  socialen  Nothstände  u.  die  Soc  -Demokratie.
Verhältnissen  im  Interesse  seiner  Arbeiter  liegt,  und  wozu
selli  Gewissen  ihn  treibt.  Wir  dürfen  diesen  Punkt  hier
nicht  weiter  verfolgen  und  nicht  näher  specialisiren.  An
rühmlichen  Vorbildern  dieser  freiwilligen  Thätigkeit  für  das
Wohl  der  eigenen  Arbeiter,  wie  der  Arbeiterklaffe  überhaupt,
fehlt  es  uns  nicht.  Mit  Befriedigung  dürfen  wir  auch
konstatiren,  daß  der  Eifer  der  Nachahmung  in  neuerer
Zeit  in  der  Zunahme  begriffen  ist.  Wir  betrachten  es
allemal  als  einen  weiteren  schätzenswerthen  Beitrag  zur
Lösung  der  socialen  Frage,  wenn  sich  die  Fürsorge  eines
Arbeitgebers  für  seine  Arbeiter  durch  irgend  eine  mit  seinen
Arbeitern  vereinbarte  und  von  ihnl  getroffene  Einrichtung
neu  bethätigt.
Anders  die  Social-Demokraten.  Zu  Allein,  was  von
einem  Fabrikanten  mehr  geschieht,  als  gerade  der  Bllchstabe
des  Gesetzes  ihm  auferlegt,  sehen  sie  scheel  drein.  Ueber
dle  Humanität  eines  Fabrikanten  sind  sie  voller  Spott,  und
unermüdlich  in  Verdächtigungen  aller  Art.  Selbst  wenn
der  Nutzen  für  die  Arbeiter  auf  den  ersten  Blick  in  die
Augen  springt,  versuchen  sie  das  Unternehmen  zu  hintertreiben ­
  und  die  Arbeiter  durch  allerlei  Vorspiegelungen  mißtrauisch ­
  zu  niachen.  Selbst  die  die  Jahreseinnahme  des
Arbeiters  wesentlich  erhöhende  „Gewinnbetheilignng",  die  in
einzelnen  Etablissements  eingeführt  ist,  und  immer  weitere
Verbreitung  finden  sollte,  um  dent  Arbeiter  die  Ersparniß
eines  kleinen  Kapitals  zu  erleichtern,  bleibt  nicht  unangefochten.
Bebel  nennt  sie  schlechtweg  einen  „Schwindel"  (Unsere  Ziele
S.  28.)  Der  „N.  Soc.-Demokrat"  (1872,  49)  raunt
ben  Arbeitern  in  die  Ohren:  „Mit  der  sogenannten  „Theil-„Haberschaft
  aut  Geschäftsgewinn"  wollen  die  Fabrikanten  die
„Arbeiter  kirren."  Der  Grund  solcher  schnöden  Verdächtigungen ­
  liegt  auf  der  Hand.  Der  besitzende  Arbeiter  ist  für
            
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