Arbeitsertrag.
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wie gestaltet sich bei der Agitation die Lehre vonr Arbeits-
ertrag? Es erfordert schon etwas Nachdenken, wenn man
zwischen dem Produkt und dem durch die Arbeit dem Roh
stoff hinzugefügten Mehrwerth unterscheiden will. Mit dieser
genauen Unterscheidung, daß nicht das Produkt, das der
Arbeiter in das Magazin des Fabrikanten abliefert, den
Arbeitsertrag darstellt, sondern nur soviel seines Werthes,
als durch die Bearbeitung zu dem vorherigen Werth des
Rohstoffs hinzugekomnien ist, werden die Arbeiter nicht viel
geplagt. Die Sache macht sich ja viel leichter, und das
Rechcnexcmpcl wird bedeutend vereinfacht, sowie die durch
schlagende Wirkung verdoppelt, wenn man kurzer Hand das
ganze Produkt als den Arbeitsertrag hinstellt, das ganz und
voll den, Arbeiter gebührt, welches der Fabrikant aber sich
aneignet. Es ist ja auch viel anschaulicher, den Arbei-
und gewesscnhaften Benützung der stalistischen Resultate in öfseut-
sicher Versammlung uns gegenüber noch berühmte. Sie schreibt
iu Nr. 67, 1874: „Die landwirthschaftlichen Arbeit«
„geber gehören zu Jenen, welche über die Ansprüche der Arbeiter
„am Meisten klagen und über deren Ansprüche in Bezug auf Kost.
„Getränke und Lohn Zeter und Mordio schreien. Dem gegenüber
„dürfte wohl folgendes Exempel beweisen, wie diese Herren durch
«die Rindviehzucht ohne alle und jede Mühe in den letzten
„Jahren wohlhabend geworden sind. In einem Marstalle (?), berichtet
„man uns aus Heidcnheim, in welchem Ochsen von gleichem
„Gewicht seit Jahren gemästet werden, kosteteten dieselben
„1862 beim Einkauf 141 fl; im Jahre 1872 und 1873 aber 242
„dis 260 st , ja die bei weitem größere Anzahl trug 270 biLLOO st.
„beim Ber kauf e ein: das ergibt mithin eine Berthenrung des
"ViehpreiseS von 80-170 Prozent, und wer steckt diesen hohen
..Verdienst in die Tasche? Der Arbeiter oder der Gutsbesitzer?
Desgleichen ist der Preis der Schweine und der Pferde in
„die Höhe gegangen, daß es wahrhaft nicht mehr schön ist, wenn
„dieLandwirtbe überdie AnsprüchelerArbeiter raisonniren wollen."