Full text : Die Social-Demokratie

VI.  Die  Revolution  und  die  Soc.-Demokratie.

Itili
hauptet,  einer  vergangenen  revolutionären  Epoche  angehören
sollte,  so  zählt  es  doch  immerhin  die  Maßnahmen  auf,  welche
eine  jede  sociale  Revolution,  sobald  sie  nur  auf  kurze  Zeit
die  Oberhand  gewinnt,  in  erster  Linie  treffen  würde.  Wenn
es  nicht  zweifelhaft  ist,  daß  unsere  deutsche  Social-Demokratie
einer  gewaltsamen  Revolution  entgegeneilt,  dann  ist  es  auch
nicht  unwahrscheinlich,  daß  die  maßgebenden  Persönlichkeiten,
wie  das  bei  allen  planmäßig  vorbereiteten  socialen  Revolutionen
der  Fall  war,  sich  bei  Zeiten  über  die  alsbald  nach  Ansbruch
der  Revolution  in  der  erschütterten  Gesellschaft  zir  beseitigenden
alten  Ordnungen  verständigen.
Bei  einer  jeden  socialen  Revolution  ist  die  rothe  Fahne
als  deren  Banner  entfaltet  worden.  Auch  die  deutsche
Social-Temokratie  hat  die  rothe  Fahne  zu  ihrem  Feldzeichen
erwählt.  Sie  bemüht  sich  zwar,  dieselbe  nicht  als  Zeichen
des  socialen  Kampfes,  sondern  als  Symbol  der  Liebe  zn
deuten.  Leichtgläubige  Gemüther  mögen  es  wohl  glauben
und  sich  irre  führen  lassen.  Wir  finden  die  rechte  Deutung
in  einem  vom  „Volksstaat"  (1X7%,  ü4)  veröffentlichten
Beschluß  der  englischen  Internationale,  der  folgenden  Wortlaut ­
  hat:
„In  Erwägung,  daß  die  Internationale  Arbeiterassociation
„eine  militante  (propagandistisch  kämpfende  —  der  Ausdruck
„wurde  ursprünglich  von  der  Kirche,  speciell  den  propagan-„distischen
  Organisationen  derselben  gebraucht)  Gesellschaft
„ist,  und  daß  ihre  Mitglieder,  obgleich  für  allgemeinen  Frieden
„illld  Menschenverbrüderlttlg  solidarisch  geeint,  doch  nicht
„davor  zurückbeben  dürfen,  wenn  Pflicht  oder  'Roth-„wendigkeit
  es  erheischen,  die  Waffen  für  die
„Vertheidigung  ihrer  Rechte  zu  ergreifen:  daß
„demgeinäß  unsere  Association  als  die  internationale
„Armee  des  Proletariats  zn  betrachten  ist,  und  daß
            
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