Full text : Die Social-Demokratie

1(14  VI.  Die  Revolution  und  die  Soc.--Demokratie.

„Laßt  fahren  dahin
„Des  Lebens  Gewinn!
„Das  Reich  muß  uns  doch  bleiben!
„Hei!  —  Seht!  die  Throne  fallen  ein,
„Die  heil'gen  Stühle  zittern!
„Nun,  brave  Männer,  drauf  und  drein!
„Neu  lächelt  nach  Gewittern
„Die  dunstbefreite  klare  Welt!
„Und  was  auch  jetzt  der  Blitz  zerfchellt  —
„Laßt'S  fahren  dahin!
„'s  bringt  keinen  Gewinn!
„Das  Reich  muß  uns  doch  bleiben!  —"
Bis  zum  rohesten  Fanatismus  steigert  sich  die  revolutionäre
Leidenschaft,  wenn  der  Verfasser  des  oben  schon  erwähnten
„Wintermärchens*  (Gesang  XX.  Seite  25)  schreibt:
„Dort  (in  der  Hölle)  will  ich  liegen  und  warten  und  ruh'n
„Bis  andere  Zeiten  gekommen,
„Bis  die  Deutschen  ihr  Schicksal  mit  kräft'gem  Thun
„Selbsteigen  zur  Hand  genommen!
„Bis  sie  mit  heiliger  Zornesgluth
„jti  Fetzen  die  Throne  geschlagen
„Und  sie  die  ganze  Tyraunenbrut
„Zur  Guillotine  getragen
„Bis  der  verpestete  deutsche  Sumpf
„Bon  Henkern  und  Heuchlern  und  Strolchen
„Ist  ausgerodet  zum  letzten  Stumpf
„Mit  Knüppeln  und  Meffern  und  Dolchen."
Ein  solches  Produkt,  das  die  Expedition  des  socialistischen
Blattes  „Felleisen"  in  Zürich  zur  Verbreitung  in  Deutschland
  auf  Lager  hat,  bedarf  keines  weiteren  Kommentars.
Ohne  alle  Verhüllung  wird  die  blutige  Revolution  gepredigt.
Von  Interesse  ist  noch  ein  Passus  in  der  Anklageschrift
des  Braunschweiger  Prozesses  (Volksstaat  1871,  97.  Beilage),
welcher  hervorhebt,  daß  der  Ausschuß  der  social-demokratischen
            
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