Full text : Die Social-Demokratie

Atheistische  Wissenschaft.

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Wenn  es  ihr  auch  noch  nicht  gelungen  ist,  in  allen  ihren
Anhängern  den  Gottesglauben  zu  vernichten,  so  ist  der  Schaden,
den  sie  durch  planmäßige  Diskreditirung  des  Christenthums
angerichtet  hat,  immerhin  groß  genug.  Und  doch  würden
wir  der  Social-Demokratie  zu  viel  aufbürden,  wollten  wir
sie  für  alle  Arbeiter,  welche  mit  dem  Christenthum  äußerlich
oder  innerlich  zerfallen  sind,  verantwortlich  machen.  Neben
der  planmäßigen  Agitation  hat  das  Beispiel  in  den  Reihen
der  übrigen  Gesellschaftsklassen  nach  Unten  zu  verführerisch
gewirkt.  Eine  jede  Korruption  des  Botkslebens  nimmt  ihren
Weg  von  Oben  nach  Unten  und  niemals  umgekehrt.  Tle
Entfremdung  vom  religiösen  Glauben  und  Leben  hat  in  den
oberen  Regionen  angefangen  und  sich  von  da  auf  die  nieder.»
Volksschichten  fortgepflanzt.  Es  sind  die  Fälle  gerade  nicht
selten,  daß  irrreligiös  gewordene  Arbeiter  auf  das  Vorbild ­
  und  Beispiel  ihres  Arbeitgebers  sich  berufen  können.
Es  ist  eine  arge  Täuschung,  wenn  man  in  Folge  höheren
Bildungsgrads  der  Religion  entwachsen  zu  sein  glaubt,  dieselbe ­
  aber  als  ein  Bedürfniß  für  das  niedere  Volk  festhalten
zu  müssen  und  auch  zu  können  sich  einbildet.  Ein  solches
Verkennen  des  wahren  Wesens  der  Religion  ist  gerade  kein
rühmliches  Zeugniß  einer  höheren  Bildung,  wohl  aber  bewirkt
eine  solche  verwerfliche  und  durch  Nichts  zu  rechtfertigende
Beschränkung  des  religiösen  Bedürfnisses  auf  die  unteren
Volksschichten,  daß  auch  hier  die  Religion  nach  und  nach
völlig  entwcrthet  wird.  Der  unausbleibliche  Schaden  einerreligiösen
  oder  sittlichen  Entartung  kommt  aber  dann  erst
in  seiner  ganzen  Größe  und  handgreiflich  zum  Vorschein,
sobald  dieselbe  auch  die  niederen  Regionen  der  Gesellschaft
ergriffen  hat.  An  der  Frucht,  welche  die  einzelnen  Zeitideen
m  den  unteren  Volksschichten  zur  Reife  bringen,  kann  man
am  besten  deren  Werth  ermeffen.  Was  es  mit  der  Religion
            
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