CueÜe allrs Elends.
(il
"von Reichthümern in den Händen einer Heilten Klaffe und
"die Enterbung der großen Masse des Bolks in immer
„rascherem Maße fortschreiten, häufen sich in gleicher Weise
..die Laster, in der herrschenden Klasse jene, welche aus der
„Ueppigkeit erwachsen, in der ausgebeuteten, die aus dem
„Elend entstehen. Hub bald hier, bald dort fällt ein er-„schreckendes
Schlaglicht ans die Zustände unserer Gesell-„
schast."
Ter Artikel fährt dann fort, die Bestimmung des deutschen
Reichsstrasgesetzbnchs, wornach Kinder unter 12 Jahren straflos
bleiben und die traurige Erscheinung der Zunahme von
Verbrechen bei der noch nicht zwölfjährigen Jugend zu besprechen
und schließt mit den Sätzen:
„Für jeden Unbefangenen liegt es auf der Hand, daß nur
„das schmerzlichste Eiend, die äußerste Roth Eltern dafür
„abstumpfen, daß sie ihre jungen Kinder zu Verbrechern anfwachsen
lasten. Es ist in der That ein lauter verzweifelter
„Schrei der Roth. Aber für solche Empfindungen ist ja
„kein Raum in der Brust der Bourgeoisie; sie klagt nicht
„sich an; sie sieht nur das Eigenthum gefährdet und schreit
„daher nach neuen strengen Strafgesetzen, welche die Prole-„tarierjugend
nur noch leichter zu Znchthauskandidaten machen
„werden."
„ s Jiun wohl, diesem herzlosen und gleichzeitig hofsnnngs-„
losen Jdeengang können wir Socialisten glücklicherweise an-„dere
Betrachtungen zur Seite stellen. Allerdings schmerz-„lich
ergreift uns dies tiefgehende physische und moralische
„Elend, dies Verhängniß der traurigen Gcsellschaftszustände,
„welches einen Theil der Proletarierjugcnd rettungslos dem
„Verderben weiht. Aber dann sind wir auch zugleich erfüllt
„vom Bewußtsein, daß eine Gesellschaft, die so angefressen
„ist von Fäulniß, den Keim baldigen Todes in sich trägt.